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Experten nicht komplett einig

Macht Hitze-Stress Zucchini giftig?

Ist Stress schuld, wenn Zucchini unbekömmlich sind? FOTO: dpa-tmn / Nestor Bachmann

München/Großbeeren/Cottbus. Geht es Zucchini, Gurken oder Kürbissen wie Menschen? Werden sie bei Hitze-Stress mitunter ungenießbar? Ja – sagen Experten in Bayern.

Zwar sind ältere Sorten von Zucchini, Gurken oder Kürbissen eigentlich bitterfrei, konnte man dieser Tage auf der Internetseite der  Bayerischen Landesanstalt für Weinanbau und Gartenkultur (LWG) lesen. Doch unter Stressbedingungen wie Hitze, starker Sonneneinstrahlung und Dürre, könnten sie giftige Cucurbitacine bilden, warnten die Münchner Experten.

Cucurbitacine sind bestimmte Bitterstoffe, die, wie man nach einem tragischen Todesfall im Jahr 2015 weiß, vor allem von Zucchini-Pflanzen gebildet werden, die aus Samen aus dem eigenen Garten gezogen wurden, nicht aber von denen aus gekauftem Saatgut. Reagiert ein Teil des Gemüses aber auch auf Hitze-Stress wie mancher Mensch – und wird „giftig“?

Die RUNDSCHAU hat beim Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt nachgefragt, wie es sich genau damit verhält. „Bitterstoffe aus der Gruppe der Cucurbitacine kamen in Frühformen von Gurke und Zucchini allgemein vor“, antwortet der Brandenburger Agrarwissenschaftler Bernhard Brückner. Durch fortschreitende Züchtung enthielten Früchte aus kommerziellem Anbau und modernem, gewerblichen Saatgut aber nur noch sehr geringe Mengen der Bitterstoffe, „die in dieser Konzentration völlig unbedenklich und auch nicht geschmacksbeeinträchtigend sind“.

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