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Erster Flächentarifvertrag im Pflegebereich in Brandenburg

Joker im Wettbewerb um Pflegekräfte

Hat der Vertrag Signalwirkung für die Pflegebranche? FOTO: picture alliance / dpa / Sven Hoppe

Spremberg/Senftenberg. Durch den Flächentarifvertrag bekommen Beschäftigte in Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen mehr Geld.

Am Donnerstag ist von dem Arbeitgeberverband Paritätische Tarifgemeinschaft (PTG) der Flächentarifvertrag für die Sozialwirtschaft in Brandenburg unterzeichnet worden. Der umfasst erst vier Unternehmen, könnte aber Bewegung in die Branche bringen, die unter chronischem Fachkräftemangel und hoher Fluktuation leidet.

In Südbrandenburg sind zwei Unternehmen dabei: die ASB Altenpflegeheim GmbH Senftenberg und die BWS Spremberg GmbH. Weitere dürften folgen. So gibt es bereits Gespräche der Volkssolidarität mit der Pflegekasse, um die Sätze anpassen zu können, bestätigt die Tarifgemeinschaft. Das könnten dann weitere 1100 Arbeitsplätze sein, die in den Flächentarifvertrag kommen, schätzt die PTG ein, die nicht nur Mitglieder des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes vertritt, sondern auch – wenn gewünscht – andere Arbeitgeber. Sowohl Gewerkschaft als auch Arbeitgeber sehen im Flächentarif Vorteile – erspart man sich doch stressige Haustarifverhandlungen.

Und noch einen Vorteil sieht ASB-Einrichtungsleiter Marc Schäfer: Die Konkurrenz geht nicht mehr übers Geld, sondern über die Qualität. Im ASB Altenpflegeheim Senftenberg werden schon jetzt abhängig von Tätigkeit, Berufserfahrung und Dauer der Betriebszugehörigkeit 100 bis 300 Euro, teilweise bis 500 Euro mehr beim Bruttogehalt gezahlt. Dadurch kann eine Pflegefachkraft beispielsweise drei Euro mehr pro Stunde verdienen nach 15-jähriger Betriebszugehörigkeit – und käme dann auf 3040,16 Euro brutto im Monat. Damit liege das monatliche Engelt für eine Pflegefachkraft bei gleicher Arbeitszeit etwas höher als bei der Klinikum Niederlausitz GmbH, rechnet Verdi-Gewerkschaftssekretär Ralf Franke vor. Das Weihnachtsgeld betrage 65 Prozent, beim Klinikum nur 33,3 Prozent.

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