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Dort begrüßte man am Mittwoch die Absage der Reform. Doch der Geschäftsführer des Forums Natur, Gregor Beyer, blickte gegenüber der RUNDSCHAU auch skeptisch auf die Äußerungen Vogelsängers. „Es gibt jetzt kein Gesetz dazu, wie die Forstverwaltung künftig aussieht“, sagte Beyer. „Es liegt jetzt alles voll in der Hand des Ministers, der es umsetzen muss.“ Bedenklich sei auch, dass die neuen Stellen alle aus dem Überhang besetzt würden. Es würden also keine neuen Mitarbeiter eingestellt. Er hoffe, dass in die weiteren Planungen Vogelsängers auch die Landnutzerverbände einbezogen würden. Uwe Engelmann, der Landesvorsitzende des BdF, begrüßte gegenüber der RUNDSCHAU das Ende der Forstreform. „Das ist das, was wir erreichen wollten“, sagte Engelmann. Allerdings würden in der Forstverwaltung immer noch 300 Stellen gegenüber dem heutigen Bestand gekürzt. „Es ­schmerzt­ schon, dass Vogelsänger weiter streicht.“

Dass die Forstreform gekippt ist, ist innerhalb der rot-roten Koalition wohl vor allem den Linken zu verdanken. „Es ist in den Gesprächen innerhalb der Koalition gelungen, Stellen für die Waldpädagogik zu sichern, die Anzahl der Stellen für die Waldarbeiter zu erhöhen und durch einen Einstellungskorridor zu sichern, dass Qualitäts- und Fachkräftesicherung möglich ist“, sagte der Linken-Abgeordnete Thomas Domres. „Nicht zuletzt die Waldbrandlage im Jahr 2018 hat deutlich gemacht, dass ausreichend Personal und eine gute Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure nötig ist.“

Gegen eine Trennung der hoheitlichen von den wirtschaftlichen Aufgaben der Forstverwaltung hatte sich auch der Groß­räsche­ner SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang ­Roick­ ausgesprochen. Gegenüber der RUNDSCHAU begrüßte er die Entscheidung des Ministers, die Forstverwaltung nun um 127 Stellen zu verstärken. „Die Überzeugungsarbeit hat sich gelohnt“, sagte Roick. Auf jeden Fall sollte die Landesforstverwaltung nun in Ruhe arbeiten dürfen. „Auch der nächste Landtag sollte keine Forstreform mehr anfassen“, sagte Roick. „Die Mitarbeiter, die sehr gute Arbeit leisten, können diesen Begriff schlicht nicht mehr hören.“

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