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Der Blasentumor ist so weit fortgeschritten, dass er in den Scheidenvorhof zirkulär eingebrochen war und die Harnröhre ummauert hat. „Es sah aus wie ein selbstständiger Krebs in der Scheide, kurz vor dem Verfall“, beschreibt Urologe Dr. Godin. Die chronische, durch den Tumorzerfall bedingte Entzündung macht das Leben der Großräschenerin zur Hölle. Ständig schmerzgeplagt, ist sie auf starke Schmerzmittel angewiesen, kann nicht mehr sitzen, muss ständig ein Ringkissen benutzen und hat permanent Blutungen aus der Scheide. Das Leiden seiner Patientin mit dem großen Tumor im Unterleib, der die Harnröhre immer mehr einengt, setzt auch Chefarzt Dr. Konstantin Godin zu. Er verspricht der 66-Jährigen zwar keine Heilung, aber eine deutliche Besserung der Lebensqualität.

Bei dem gemeinsamen Eingriff am 12. Februar entfernt der Chefarzt von oben durch den Bauch die Blase, die Scheide, die Gebärmutter und die Eierstöcke der Patientin. Der Gynäkologe, Oberarzt Sven Keuntje, entfernt von außen den Scheidenvorhof und die Schamlippen. Die größte Hürde dabei ist für die Operateure die lokale Ausbreitung des Tumors. „Am Beckenknochen und am Enddarm ist es richtig eng geworden“, erläutert Dr. Godin die ärztliche Meisterleistung. Der große, am Beckenboden entstandene Defekt wird vom plastischen Chirurgen, Chefarzt Dr. Johannes Boehnke, mit einem aus der Bauchdecke entnommenen gestielten Hautmuskellappen gedeckt. Er dient zur Stabilisierung des Beckenbodens und zum Verschließen der klaffenden Wunde. Ein künstlicher Urinausgang mithilfe eines Dünndarm-Segments wird schließlich noch von Chefarzt Godin eingenäht. Dass Gisela Lehmann nach der großen OP in einer mehr als sieben Stunden dauernden anspruchsvollen Narkose ausgerechnet an ihrem 66. Geburtstag in der Klinik für Intensivmedizin in Senftenberg aufwacht, nimmt sie als gutes Omen und Wink des Schicksals.

Den Eingriff hat sie dank exzellenter Überwachung und Pflege auf der Intensivstation und später auf der urologischen Station gut überstanden, in der anschließenden Reha sogar wieder gute sechs Kilogramm zugenommen. Sie weiß, dass es einhundert Prozent für sie nicht mehr gibt, schätzt aber die deutlich verbesserte Lebensqualität ohne Schmerzen von ganzem Herzen. Auf ihrem Weg zurück ins Leben ist ihr Mann die sicherste Stütze für die noch geschwächte, aber mittlerweile schmerzfreie Patientin.

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