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Ungleichheit wird es immer geben, Ungerechtigkeiten müssen wir verhindern. Einkommensunterschiede zum Beispiel gibt es auch innerhalb Westdeutschlands. Die zwischen Ost – und Westdeutschland sind übrigens deutlich kleiner als die zwischen Lüneburg und Frankfurt/Main. Es ist aber Aufgabe der Politik, für gleichwertige, also für gute, Lebensverhältnisse zu sorgen.

Und die gibt es jetzt?

Ja. Der Osten muss sich nicht verstecken. Es gibt auch dort fast keine Arbeitslosigkeit mehr. Die Menschen leben in einer traumhaft schönen Kultur-und Naturlandschaft und können das Wohnen bezahlen. Die Kinderbetreuung funktioniert viel besser als im Westen. Was nützt es denn, in München ein doppelt so hohes Einkommen zu haben wie in Frankfurt (Oder) bzw. Cottbus und dafür ein Vielfaches für die Wohnung und die Kinderbetreuung auszugeben.

Trotzdem fühlen sich viele Ostdeutsche als Deutsche zweiter Klasse.

Das wird gern behauptet, ich habe aber nicht den Eindruck, dass sich bei den Menschen alles um dieses Gefühl drehen würde. Was mich mitunter ärgert: Der Westteil des Landes gilt immer als Maßstab. Als sei die Einheit erst erreicht, wenn die Uckermark wie das Allgäu ist. Das war nie so und soll auch nicht so werden. Es fällt vielleicht schwer, die kulturellen und ökonomischen Unterschiede, die bleiben werden, zu akzeptieren. In Wahrheit orientieren sich viele zum Beispiel am Einkommensniveau in den reicheren Teilen Bayerns, Hessens oder Baden-Württembergs und damit an den reichsten Regionen Europas und der Welt. Aber es gibt im Westen eben auch Duisburg, Gelsenkirchen oder Teile Oberfrankens.

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