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Neue Landesrichtlinie "Kunst am Bau"

Rotkäppchen auf dem Campus

Die Rotkäppchenfiguren auf dem Campus der Uni Potsdam am Griebnitzsee sind im Rahmen der Landesrichtlinie „Kunst am Bau“, die nun überarbeitet wurde, entstanden. FOTO: Brandenburgischer Landesbetrieb / Maro Niemann

Potsdam. In Brandenburg gibt es eine neue Landesrichtlinie für „Kunst am Bau“.

Die erste Assoziation ist: „Da steht ein überdimensionierter Gartenzwerg“. Doch die über zwei Meter große Figur vor der juristischen Fakultät der Universität Potsdam am Campus Griebnitzsee soll ein Rotkäppchen darstellen. „Die Betrachter sollen sich fragen, wo denn der Wolf ist“, sagt der technische Geschäftsführer des Brandenburgischen Landesbetriebs für Bauen und Liegenschaften (BLB), Norbert John. Denn der Wolf sei im Märchen vom Rotkäppchen ja der Böse. Dass er am Griebnitzsee fehlt, soll die Menschen auf die Idee bringen, nach etwas anderem Bösen zu suchen – zum Beispiel, indem sie über die wechselvolle Geschichte des Gebäudes etwa im Nationalsozialismus nachdenken.

Mehr als 200 000 Euro hat das Land Brandenburg für die 2011 errichteten Rotkäppchenfiguren ausgegeben. „Es ist im Land Brandenburg eine gute Tradition, dass wir Kunst am Bau fördern“, sagt Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski. Am Donnerstag stellte sie in Potsdam die auf Wunsch des Landtags erstellte neue „Kunst am Bau“-Richtlinie des Landes Brandenburg vor: Jedes neue oder im Umbau befindliche Landesgebäude soll mit Kunstwerken versehen werden.

Erstmals wird dafür in der Richtlinie festgehalten, dass 0,5 bis ein Prozent der gesamten Bausumme der künstlerischen Gestaltung zufließen sollen. „Mit den einzelnen Projekten und Kunstwerken wollen wir zukünftig besonders Aufmerksamkeit und Akzeptanz in der Öffentlichkeit für Landesneubauten wecken, Standorten ein zusätzliches Profil geben sowie die Identifikation der Nutzer mit ihrem Bauwerk stärken“, sagte Trochowski.

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