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Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber im Interview

„Die Lausitz hat eine einmalige Chance“

Hans Joachim Schellnhuber FOTO: dpa / Soeren Stache

Berlin. Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung spricht im RUNDSCHAU-Interview über Perspektiven für die Lausitz ohne Kohle.

Hans Joachim Schellnhuber ist Mitglied der Kohlekommission des Bundes und Verfechter eines schnellen Kohleausstiegs. Nach 26 Jahren gibt er die Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung ab. In der RUNDSCHAU spricht er über Perspektiven und Chancen für die Lausitz.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den Ruhestand? Amerika hat einen Präsidenten, der den Klimawandel leugnet, im Bundestag sitzen auch Klimaskeptiker, frustriert Sie das nicht?

Schellnhuber Natürlich ist es enttäuschend, wenn im 21. Jahrhundert die wissenschaftliche Evidenz von mächtigen Politikern ignoriert wird. Aber die allermeisten Menschen, auch die allermeisten Entscheider, haben das Klimaproblem heute begriffen. Manchmal denke ich allerdings, wir Forscher hätten vielleicht von Anfang an selbstbewusster auftreten müssen und uns nicht scheuen dürfen, auch als „Alarmisten“ beschimpft zu werden. Wenn man aus einem brennenden Haus herausläuft und Feuer ruft, ist man ja wohl kein Hysteriker. Zu einer ehrlichen Bilanz gehört allerdings auch festzustellen: Die Politik hat immer wieder entscheidende Möglichkeiten, den Klimaschutz voranzutreiben, ungenutzt gelassen.

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