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Medizin

Wie das Handy Leben retten kann

Conrad Lürmann (v.l.n.r.), Sachbearbeiter Grundsatz Rettungsdienst, Dr. Thomas Lembcke, Ärztlicher Leiter vom Rettungsdienst, und Frank Fitzner, Lagedienstführer, zeigen den absoluten Idealfall bei einer Wiederbelebung: Einer führt eine Herzdruckmassage aus, einer beatmet, einer bereitet einen mobilen Defibrillator vor, um, wenn nötig, einen Elektroschock zur Wiederbelebung auszulösen. Wenn nur einer im Notfall da ist, um zu helfen, dann hat eine Sache Vorrang: die Herzdruckmassage. FOTO: LR / Lydia Schauff

Cottbus. Schnelle Hilfe bei Kreislaufstillstand: Cottbuser Berufsfeuerwehr will smartphonebasierte Ersthelferalarmierung auf den Weg bringen.

Es kann jeden treffen. Der Kreislauf bricht plötzlich zusammen, das Herz gerät aus dem Takt oder hört ganz auf zu arbeiten. Der plötzliche Herztod ist mit schätzungsweise 80 000 bis 100 000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. In dieser Situation ist vor allem eines wichtig: schnelle Hilfe. Nur eine Herzdruckmassage, die sobald wie möglich eingeleitet wird, erhöht die Chancen, dass der Betroffene überlebt.

Dr. Thomas Lembcke, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Cottbuser Berufsfeuerwehr, weiß aus Erfahrung: „Die Zeit vom Notruf und bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Rettungsdienst beim Patienten ist, ist regelmäßig zu lang.“ Der Grund dafür ist nicht, dass die Rettungskräfte zu langsam sind, sondern dass bei einem Herzstillstand jede Sekunde zählt. Die ersten Minuten sind wichtig. Je mehr Zeit vergeht, desto größer wird das Risiko für Folgeschäden oder dass der Betroffene stirbt.

Laut der Initiative „Ein Leben retten – 100 pro Reanimation“ vom Berufsverband Deutscher Anästhesisten und der Deutschen Gesellschaft für Intensivmedizin verringert sich pro Minute, die bis zum Beginn der Reanimation verstreicht, die Überlebenswahrscheinlichkeit des Betroffenen um etwa zehn Prozent. Schnelles Handeln ist also entscheidend. 10 000 Leben könnten jedes Jahr in Deutschland zusätzlich gerettet werden, wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen würde. In Cottbus wären das jedes Jahr zwölf gerettete Menschenleben, in ganz Brandenburg fast 300.

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