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Forscher suchen nach Einsatzfeldern für Lausitzer Eisenhydroxidschlamm

Altdöberner See. Eine Bürgerinitiative hatte dort im vergangenen Sommer nach langem Widerstand den Plan der LMBV gestoppt, das tiefe Bergbaufolgegewässer als Ockerschlamm-Lagerstätte zu nutzen.FOTO: Augustin

Senftenberg. Die Potsdamer Uni will Böden verbessern. Die Bergbausanierer prüfen den Einbau auf Kali-Halden in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Im Kampf gegen den unliebsamen Eisenhydroxidschlamm (EHS) in der Lausitz gibt es neue Hoffnung. Den Sanierern der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) liegt aktuell eine Anfrage der Potsdamer Universität vor. Die Hochschule will untersuchen, inwieweit EHS in strukturschwache Böden eingearbeitet werden kann, um die Ertragsfähigkeit zu verbessern. "Es ist ein Vorschlag aus der Wissenschaft, den wir zurzeit prüfen", bestätigt Dirk Sonnen, der Bereichsleiter der Sanierungsplanung. In der Strategie der Bergbausaniererin gegen den braunen Schlamm spielt die Verwertung von EHS eine wichtige Rolle. "Hier gibt es einen starken Entwicklungsbedarf", räumt Sonnen aber ein. Die Firma Produktions- und Umweltservice (PUS) aus Lauta stellt auf Basis von Eisenhydroxid mehrere Umweltprodukte her, die vorrangig als Reaktionsfilter in Biogasanlagen eingesetzt werden. Andere Verwertungsmöglichkeiten gibt es bisher nicht.

Das soll sich ändern. Die Bergbausanierer tüfteln seit etwa einem Jahr noch an einer weiteren Lösung. Sie sieht vor, EHS als Dichtschicht auf Kali-Rückstandshalden der LMBV einzusetzen. "Das ist eine Möglichkeit der unternehmensinternen Verwertung", erklärt Sonnen. Und die Idee sei bereits fortgeschritten. Es gab Laboruntersuchungen, bestätigt der Sanierungsplaner. Nun gehe es um die Frage der rechtlichen Genehmigungsfähigkeit. Mit dem Lausitzer Eisenschlamm könnte dann auch ein Problem an den vor allem in Thüringen und Sachsen-Anhalt stehenden Kali-Halden beseitigt werden: Durch eine EHS-Schicht könne künftig nicht mehr so viel Kali-Lauge in den Boden gelangen. Vor rostbraunen Bergen müssen sich die Anrainer dabei nicht fürchten. Der Ockerschlamm soll nur als Zwischenschicht eingefügt werden, die mit Kulturboden abgedeckt werde.

Spektakulär klingt auch eine dritte Idee, mit der sich die Bergbausanierer beschäftigen. Untersucht wird seit geraumer Zeit, inwieweit die Verwertung von Schlämmen zum Herstellen von Eisenchloridlösungen geeignet ist, die unter anderem bei der Sanierung von stark nährstoffreichen Binnengewässern eingesetzt werden kann. "Das ist ebenfalls ein neuer Ansatz", sagt Dirk Sonnen. Das Projekt befinde sich momentan noch in der Machbarkeitsanalyse.

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