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2500 Menschen auf der Straße

Köthen will kein zweites Chemnitz werden

Menschen stehen vor Blumen und Kerzen an einem Baum auf einem Spielplatz, in dessen Nähe ein 22-Jähriger bei einem Streit zwischen zwei Männergruppen ums Leben gekommen ist.FOTO: dpa / Sebastian Willnow

Köthen. In der anhaltischen Kreisstadt Köthen kommt ein junger Deutscher nach einem Streit ums Leben. Zwei Afghanen werden festgenommen. In der Stadt fürchtet man Parallelen zu Chemnitz - und am Abend gibt es die ersten Kundgebungen und Proteste.

Es sind rund 2500 Menschen, die am Sonntagabend in Köthen aufmarschieren. Viele von ihnen sind Aufrufen rechter Gruppierungen gefolgt, die in sozialen Netzwerken zur Teilnahme an einem sogenannten Trauermarsch mobilisiert hatten. Erst geht es schweigend durch die Straßen der Stadt in Sachsen-Anhalt. Das Ziel ist ein Spielplatz. Dort war es am Vorabend zu einem Streit zwischen zwei Männergruppen gekommen. Ein Deutscher starb, zwei Afghanen wurden festgenommen.

Dann wird die Stimmung aggressiver: «Dies ist ein Tag der Trauer. Aber wir werden die Trauer in Wut verwandeln», sagt ein Redner. Dafür erntet er «Wir sind das Volk»-Rufe. Dann geht es weiter mit Parolen wie «Auge um Auge, Zahn um Zahn» und «Lügenpresse».

Noch ist unklar, was sich genau auf dem Spielplatz abgespielt hat.
Bei dem Streit soll es um die Schwangerschaft einer Frau gegangen sein. Am Abend wird bekannt, dass der junge Mann nach dem Streit an akutem Herzversagen gestorben war. Und seitdem sich die Geschehnisse in der Stadt mit ihren gut 26 000 Einwohnern herumgesprochen haben, werden Gedanken an die jüngsten Vorfälle in Chemnitz wach.

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