ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Jubilar

Dichtkunst des aufrechten Ganges

Volker Braun hat in Schwarze Pumpe die Wirklichkeit durchmessen und literarisch verarbeitet. FOTO: dpa / Arno Burgi

Dresden. Akademie der Künste würdigt Schriftsteller Volker Braun zum 80. Geburtstag. Einer der wichtigsten Autoren der Nachkriegszeit hinterließ auch in der Lausitz Spuren.

(dpa/ik) Die Sächsische Akademie der Künste feiert mit Volker Braun eines ihrer langjährigen Mitglieder. Der Schriftsteller, der mit „Übergangsgesellschaft“ schon vor 1989 einen Bühnennachruf auf die DDR schrieb, wird am 7. Mai 2019 80 Jahre alt. Akademiepräsident Holk Freytag würdigte ihn am Montag in seiner Geburtsstadt Dresden als „Zeitzeugen und Chronisten“.

Braun habe Zeit seines Lebens in die Wirklichkeit eingegriffen, seine Stimme habe stets die Diskrepanz von Wirklichkeit und Möglichkeit vor Augen geführt. „Wir freuen uns, seine Stimme in unseren Reihen zu wissen.“ Braun ist seit 1996 Mitglied der Klasse Literatur und Sprachpflege – neben Kollegen wie Christoph Hein, Marcel Beyer, Ingo Schulze, Clemens Meyer oder Durs Grünbein.

Der gebürtige Dresdner studierte Anfang der 1960er-Jahre Philosophie in Leipzig, nach Druckereiarbeit und Maschinistenausbildung im Tagebau. Unter den DDR-Autoren galt er als Grübler und Philosoph. Kennzeichnend für ihn, dessen Stücke zu DDR-Zeiten vielfach im Westen zuerst auf die Bühne kamen, ist das „Training des aufrechten Gangs“, wie Braun 1979 einen Gedichtband nannte. Das gilt auch für das „uneingeschüchterte“ Weiterschreiben im wiedervereinigten Deutschland, obwohl es da etwas ruhiger um ihn wurde.

top