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Vor der Premiere

Wie aus einem Monster ein Mensch wird

Plakatmotiv für die Cottbuser Inszenierung „Der fliegende Holländer“ mit Andreas Jäpel (Der Holländer)FOTO: Katrin Penschke

Der Fliegende Holländer hat am 4. Mai am Staatstheater Cottbus Premiere. Die Titelpartie singt Andreas Jäpel.

Andreas Jäpel muss am Staatstheater Cottbus oft den Helden spielen. Nicht nur, weil in ihm so ein freier und kritischer Geist steckt. Ob als Macbeth, Wozzeck oder Leporello in Mozarts „Don Giovanni“ – die Sympathien der Zuschauer fliegen dem Heldenbariton zu, selbst wenn er als Antiheld daherkommt. „Ich liebe diese Rollen. Als Bösewicht am Ende Beifall zu bekommen, das ist es, was wirklich Spaß macht“, gesteht er.

Seit 1999 gehört der Sänger zum Cottbuser Opernensemble. Er besticht sowohl durch sängerische Brillanz als auch durch intensives szenisches Darstellungsvermögen. Das wurde ihm bereits 2017 bescheinigt, als er den Max-Grünebaum-Preis erhielt. Der Heldenbariton ist stimmlich schwerer und voluminöser als seine lyrischen Registerverwandten, er singt im dramatischen Fach. Das erschien ihm vor Jahren noch „so verschlossen wie die berühmte 13. Tür“. Das änderte sich erst 2009, als er in Verdis „Troubadour“ Graf Luna wurde, erzählt er. Und als er zwei Jahre darauf als Alberich in der „Siegfried“-Oper unter überwältigenden Orchesterklängen seinen Arm reckte und rief: „Der Welt walte dann ich!“ war es um Andreas Jäpel geschehen: „Seitdem bin ich Wagner-verrückt“, erklärt er.

Am 4. Mai verkörpert er in einer Wagner-Oper die Titelpartie. „Den Holländer würde ich liebend gern singen, irgendwann, wenn es dazu langen sollte“, hat er im RUNDSCHAU-Interview vor zwei Jahren gesagt.

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