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Zeitgenössische Kunst

Zwischen Nähe, Distanz und Haltung

Uwe Pfeifer: Zum Thema Solidarität, 1978, Farboffsetzinkografie, 31,1 x 44,8 cm..Foto: Winfried Mausolf, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018..FOTO: VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / Winfried Mausol

Frankfurt (Oder). Ausstellungen des Landesmuseums setzen sich in Frankfurt (Oder) mit Positionen polnischer und deutscher Künstler auseinander.

Sisyphus hat keine Lust mehr. Er rollt, fast macht es ihm Spaß, die Kugel den Berg hinunter. Er gibt ihr dazu noch einen kleinen Tritt. Ein Holzschnitt von Wolfgang Mattheuer aus dem Jahre 1973 ist eine der vielen sehenswerten Druckgrafiken in dieser Ausstellung. In Mattheuers Arbeit ist ein ziemlich genauer Zeitabschnitt erkennbar. 1973 – eine Zeit des zaghaften Aufbruchs der DDR, dem nur wenig später der Rückfall in beinahe alte Zeiten folgte. Zumindest wäre das eine von mehreren deutschen Sichtweisen. Edward Dwurnik (geboren 1943) hat einen anderen politischen Blickwinkel. Sein „Kreuzkopf“, eine Kaltnadelradierung aus dem Jahre 1985/87, zeigt Menschen, denen Holzkreuze aus den erstarrten Köpfen wachsen. Eine Replik auf die polnische Gesellschaft und ihre klerikale Verwurzelung, verbunden mit großer, individueller Hingabe. Eine Kombination, die wieder sehr aktuell erscheint.

„Nähe und Diystans. Sasiedzztwo i Distanz“ – die gemischte Schreibweise ist gewollt – ist der Titel einer neuen Ausstellung, die gegenwärtig in der Frankfurter Rathaushalle gezeigt wird. Sie basiert auf dem druckgrafischen Bestand des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst. Seit Beginn der 90er-Jahre sammelte schon die Vorgänger-Institution, das Museum „Junge Kunst“, Druckgrafik des Nachbarlandes und brachte den Bestand in die Fusion ein.

Von 20 polnischen sowie 16 überwiegend aus der DDR stammenden Künstlern werden etwa 120 Druckgrafiken vorgestellt. Angeordnet sind sie chronologisch, was das Zuordnen und den Rückblick in die Zeit erleichtert. Die 80er-Jahre stehen dabei im Mittelpunkt. Zu sehen sind als polnische Vertreter zum Beispiel Stanislaw Fijalkowski, Jacek Gaj und Krystina Piotrowska. Unter den deutschen Künstlern finden sich bekannte Namen wie Wolfgang Mattheuer, Michael Morgner, A. R. Penck, Hans Ticha und Max Uhlig – allesamt aus den Beständen des Museums.

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