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Konzert

Noch da, John Maynard?

Quicklebendig: der Club der toten Dichter. FOTO: Oliver Betke

Der Club der toten Dichter erinnert an die Gedichte von Theodor Fontane – im Herbst auch am Staatstheater Cottbus.

Es ist wahrscheinlich das bekannteste Gedicht von Theodor Fontane – diese Ballade vom Steuermann John Maynard, der mit der „Schwalbe“ über den Eriesee von Detroit nach Buffalo dem sicheren Ufer zurast. Doch das Schiff fängt Feuer, die Passagiere aber werden gerettet. Nur ihr Steuermann, John Maynard, der die „Schwalbe“ in die Brandung steuert, überlebt die Fahrt nicht. Sie ist eine der wenigen deutschen Heldensagen, die die Geschichte unbeschadet überstanden haben. Zuerst veröffentlicht im Jahre 1886, wehrt sie sich seitdem gegen jegliche Vereinnahmung. Könnte es daran liegen?: der Held ein einfacher Matrose. Der Spielort: nicht deutscher Boden.

Reinhardt Repke, Gründer und Komponist des Clubs der toten Dichter, hat diese Ballade und 14 weitere Gedichte, darunter „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Theodor Fontane in eine lyrische Liedform gebracht. Erfahrung hat Repke darin, denn der Club der toten Dichter, eine jedes Mal ad hoc zusammengestellte Band, mit ihm als Frontmann und Gitarristen, hatte sich in den vergangenen Jahren schon Heine, Rilke, Busch und Bukowski mit eigenen Programmen zugewandt.

Warum Fontane? Des Jubiläums wegen? „Nein“ sagt Repke, es sei einfacher. Er wohne in Berlin in einem „Dichter-Viertel“, da gäbe es auch eine Fontane-Straße, was schon seit Längerem Anlass zur Annäherung gewesen sei. Dazu kam, dass ihn ein Freund aus Neuruppin auf Fontane aufmerksam gemacht habe. Neuruppin ist schließlich die Heimatstadt Fontanes – hier begann er seine „Wanderungen durch die Mark“ und setzte der märkischen Mentalität, dem kantigen, aber zuverlässig-geradlinigen Menschenschlag ein von Herzen kommendes Denkmal.

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