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Satirefestival

Faust ist voller Datendrang

Christine Zeides begeisterte bei der Festival-Eröffnung mit ihrem sehr gegenwärtigen und im Sinne des Wortes handfesten „Faust“-Programm. FOTO: Michael Helbig

Cottbus. Lachen erwünscht, Schenkelklopferei eher nicht: Der Ton ist ernster geworden beim Satirefestival.

Die Zeiten sind rauer geworden, der Ton durchaus ernster, das zeigte auch die Eröffnungs-Gala des 24. Studentischen Satirefestivals am Donnerstag im Großen Haus des Staatstheaters Cottbus: „Feiern Sie das 24. Festival so, als wäre es schon das 25.“, forderte Moderator Thomas Paul Schepansky das Publikum auf.„Wer weiß, ob wir nach den diesjährigen Brandenburger Landtagswahlen im kommenden Jahr überhaupt noch auf der Bühne stehen dürfen.“ Wenn die AfD jetzt schon dazu auffordere, Lehrer zu bespitzeln, dürften bald auch Kabarettisten auf dem Zettel stehen ...

Man hat in der Tat schon Festival-Eröffnungen gesehen, die von leichterer Art waren. Lachen erwünscht, selbstverständlich, aber nicht eben Schenkelklopferei. „Die Wahrheit lautet“, erklärte der Essener Mattias Engling am Ende seines Monologs, in dem er unter anderem über „rituelle Alten-Tötung“ sinnierte. „Die Wahrheit lautet: Punkt.“

Ein paar Denkaufgaben gaben die Kabarettisten den Zuschauern auf, auch Christine Zeides aus Berlin, die beim Festival schon 2014 als Teilnehmerin des Kabarettkurses der Deutschen SchülerAkademie und im vergangenen Jahr beim Science Slam reüssierte. Mit ihrem im Sinne des Wortes handfesten und sehr gegenwärtigen „Faust“-Programm („Faust ist voller Datendrang“) ist die junge Frau sofort zum Publikumsliebling aufgestiegen. Wunderbar, dass die Kunstform Kabarett allen Unkenrufen zum Trotz vielleicht doch noch nicht ganz so verstaubt ist.

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