Berliner Volksbühne

Dercon-Nachfolge: Kultursenator will sich Zeit nehmen

Berlins Kultursenator Klaus Lederer will nichts überstürzen. Foto: Jörg CarstensenFOTO: Jörg Carstensen

Berlin. Nach der überraschenden Trennung von Intendant Chris Dercon wirbt Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) um Geduld bei der Neubesetzung an der Volksbühne.

„Wir werden uns die nötige Zeit nehmen. Denn nichts wäre verheerender, als jetzt aus Druck eine Entscheidung zu treffen“, sagte Lederer am Wochenende in Berlin. Mit Interimschef Klaus Dörr hätten sie einen erfahrenen Theatermacher, der dafür sorge, dass das Haus in ruhige Fahrwasser komme.

Um das Konzept für die renommierte Volksbühne im Berliner Osten wurde nach dem Ende der Ära Frank Castorf im vergangenen Sommer heftig gestritten. Nachfolger Dercon räumt noch vor dem Ende seiner ersten Spielzeit seinen Posten. Dem Belgier schlug seit seiner Berufung vehemente Kritik aus der Berliner Kulturszene entgegen. Dem früheren Londoner Museumsleiter wurde etwa vorgeworfen, aus der Traditionsbühne eine „Eventbude“ zu machen.

„Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Volksbühne diverser, weiblicher, jünger werden soll“, sagte Lederer am Samstag am Rande eines Parteitags in Berlin-Adlershof. Dieser Herausforderung sei konzeptionell Rechnung zu tragen. Die Volksbühne sei auch immer ein politisches Theater gewesen, das sich mit gesellschaftlichen Problemen auseinandergesetzt habe. Daran müsse angeknüpft werden.

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