Interview

Die Queen, die Medien und die „Meghan-Mania“

Die britische Königin Elizabeth II. 2017 in Aberdeen. Foto:FOTO: Andrew Milligan

London. Die Royals und die britischen Medien - da tut sich was. Waren früher die Mitglieder des Königshauses eher distanziert, nutzen sie nun gezielt zunehmend die Medien für ihre Zwecke, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Das gilt vor allem für die jüngeren Royals wie die Brüder Prinz Harry (33) und Prinz William (35), die sich stark sozial engagieren. Aber selbst Königin Elizabeth II. hat dem Sender BBC ein Interview zu ihrem 65. Krönungsjubiläum gegeben, das am Sonntagabend gesendet wird.

Solche Beiträge haben großen Seltenheitswert. Als die Queen 1992 mit der BBC anlässlich einer Dokumentation zum 40. Thronjubiläum sprach, gab es anschließend immer noch große Bedenken am Hofe: Lässt der Beitrag nicht zu sehr in die Geschehnisse am Königshof blicken? Man muss dazu wissen: Spontane Interviews gibt die Queen ohnehin nicht. Und niemand darf die Monarchin von sich aus ansprechen. Zudem ist es für sie ein Tabu, zu politischen Dingen Stellung zu nehmen.

Völlig überraschende Aussagen von Elizabeth II. sind somit in der einstündigen Dokumentation „The Coronation“ (Die Krönung) wohl nicht zu erwarten - aber etwas Besonderes ist das Interview in jedem Fall.

So berichtet die 91-Jährige, wie hart das royale Leben sein kann: Ihr tat der Hintern bei der stundenlangen Fahrt in einer goldenen Kutsche aus dem 18. Jahrhundert zur Krönungszeremonie in die Westminster Abbey weh. Die Königin drückt es wohlformulierter aus: Die Fahrt sei „schrecklich“ gewesen. Ihr Sitz habe nur aus Sprungfedern, die mit Leder überzogen waren, bestanden. „Das war nicht sehr komfortabel.“

top