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Die britische Oscarpreisträgerin Emma Thompson spielt die Rolle der erfolgreichen und leicht snobistischen Richterin sehr überzeugend. Eine Frau, die in ihrer Arbeit aufgeht und wohl überlegte Urteile fällt, auch weil ihr klar ist, dass sie damit das Leben der Betroffenen einschneidend verändert. Inmitten ihrer Arbeit verliert sie allerdings ihre langjährige Ehe mit Jack (Stanley Tucci) aus dem Blick. Fiona ist gefangen in ihrer Unnahbarkeit und hat längst verlernt, echte Gefühle zuzulassen.

Am stärksten ist der Film in den Momenten, in denen bei Fiona die Maske der gerechten und professionellen Juristin fällt. Etwa als sie Adam im Krankenhaus besucht und sich mit einem Teenager konfrontiert sieht, der voller Träume und Gefühle steckt, der Gedichte liebt und romantische Lieder auf der Gitarre spielt und dazu singt. Eine Emotionalität, die Fiona zutiefst anrührt und in ihr eine Seite zum Klingen bringt, die seit Jahrzehnten verstummt ist. So ist der Film auch ein Plädoyer dafür, sich von der Begeisterungsfähigkeit junger Menschen öfter mal anstecken zu lassen.

Kindeswohl, Großbritannien 2017, 105 Min., FSK o.A., von Richard Eyre, mit Emma Thompson, Stanley Tucci und Fionn Whitehead

(dpa)
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