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„Fliegender Holländer“

Schaurige Glanzleistungen

„Der fliegende Holländer“: In der romantischen Oper von Richard Wagner spielen im Staatstheater Cottbus (im Vordergrund) Tanja Christine Kuhn (Senta) und Andreas Jäpel (Holländer) sowie (im Hintergrund) Jens Klaus Wilde (Erik). FOTO: Staatstheater Cottbus / Marlies Kross/Theaterfotografin

Cottbus. Eine Schauergeschichte, eine Menschengeschichte, eine Glanzpartie für den Bariton Andreas Jäpel. Im Großen Haus feierte Richard Wagners „Fliegender Holländer“ glanzvoll Premiere. Es dirigierte Alexander Merzyn.

Aufregend musizierte Kontraste vom ersten Ton an. In diesem Ritt über die Schaumkronen der Weltmeere und in die Tiefen armer Menschenseelen setzen Wagner und mit ihm Alexander Merzyn schmerzlichste oboenglatte Sehnsuchtsmelodie gegen dumpfblecherne Hoffnungslosigkeit, gegen aufbrausenden vollen Orchestersound. Merzyn spielte richtig Oper im Orchestergraben und hob seine Solisten unten, ganz besonders das dunkle Blech, mindestens genauso heraus wie die Sänger oben auf der Bühne.

Auch dort war die Gemeinschaft ebenso wichtig wie die Einzelkönner. Der Chor kam gleich einer Urgewalt über die Zuhörer im Saal wie die Protagonisten auf der Bühne. Sozusagen in voller Breitseite tönten Chor und Extrachor, besonders das von zwanghafter Ausgelassenheit in den puren Albtraum abkippende Matrosenfest war schiere Überwältigung und schaurige Glanzleistung in Gesang und Darstellung.

Was ist es mit dem „Fliegenden Holländer“, dem gleich zwei hochbegabte deutsche Flüchtlinge in Paris um die Mitte des 19. Jahrhunderts, Heine und Wagner, ihre Aufmerksamkeit widmeten? Ein kühner Seemann aus der Zeit des großen holländischen Gewürzhandels ist dazu verbannt, ewig über die Meere zu segeln. Nur die unbedingte Treue einer Frau kann ihn zu Tode erlösen. Alle sieben Jahre darf er an Land nach ihr zu suchen.

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