Unesco-Welterbe

Geheimnis um Alter der Porta Nigra gelüftet

Die Porta Nigra ist 1848 Jahre alt. Foto: Fredrik von ErichsenFOTO: Fredrik von Erichsen

Trier. Es war ein Stück Eichenholz, das den Durchbruch brachte. Es lag sechs Meter tief gut konserviert im aufgeweichten Boden zwischen Steinquadern an der römischen Stadtmauer nahe der Porta Nigra in Trier.

Anhand seiner Jahresringe konnte es genau auf den Winter 169/170 nach Christus datiert werden und Wissenschaftlern das Datum liefern, nach dem sie schon lange gesucht haben. „Jetzt wissen wir endlich, dass der Bau der Porta Nigra im Frühjahr 170 begonnen hat“, sagte der Direktor des Rheinischen Landesmuseums Trier, Marcus Reuter, am Freitag. Und fügte hinzu: „Das ist ein Meilenstein für die Trierer Stadtgeschichte.“

Und das sorgt für Aufsehen weit über die Moselstadt hinaus. Denn das „Schwarze Tor“ gilt als das besterhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen und als bundesweit ältestes Baudenkmal seiner Größe. Es sei schon „bitter gewesen“, dass im Grunde vorher niemand wusste, wann diese weltberühmte Porta gebaut wurde, sagte Reuter. Die Vermutungen der Forscher reichten bisher von 150 bis 320 nach Christus. „Ein wissenschaftliches Rätsel kann heute gelöst werden“, sagte der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf (SPD). Diese frühe Datierung sei eine „wissenschaftlich höchst bedeutende Erkenntnis“.

Um diese Klarheit zu bekommen, war im vergangenen Herbst an einer Stelle gegraben worden, an der zu antiken Zeiten der Mosel-Altarm verlief. „Wir dachten, im Grundwasser könnten sich Bauhölzer erhalten haben“, sagte der Museumschef. 25.000 Euro kostete die Grabung, 15.000 Euro kamen von der Gerda-Henkel-Stiftung. „Ohne die wäre es nicht gegangen.“ Dann stiegen Studenten in den mit Spundwänden gesicherten runden Schacht - und der Krimi begann.

„Wir haben erstmal gar nichts gefunden. Nur ganz wenige römische Scherben“, erzählte Reuter. Eine Woche nichts, zwei Wochen nichts. „Dann haben wir gesehen, dass die Römer damals eine Spundwand aus Holz eingezogen haben, wohl um das Abrutschen des Erdreichs während des Bauens zu verhindern.“ Zwei große Bretter und einen runden Pfahl habe man dann geborgen. Freude im Team, aber: „Da wussten wir noch nicht, ob das Holz auch datiert werden kann.“

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