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Im Packhof

Kunst des Comics aus dem Rahmen gefallen

Die traurige Geschichte einer Wandertaube: Atak, S. 13 (Audubon malend), 2015, Mischtechnik auf Papier, aus: Martha, 2016, Aladin Verlag Hamburg. FOTO: Atak

Frankfurt (Oder). Drei Beispiele für Erzählstrategien von Graphic Novels geben Atak, Blexbolex und Anke Feuchtenberger im Landesmuseum Frankfurt.

Gleich über dem Treppenaufgang des Frankfurter Packhofes schwebt sie, Martha, die letzte Wandertaube. Rote Brust, blaues Gefieder. Ein Pappmodell, das Georg Barber mal für eine Präsentation seines gleichnamigen Kinderbuches entworfen hat. In ihm erzählt der unter dem Namen Atak arbeitende Künstler Marthas traurige Geschichte. Nun ist sie, zusammen mit weiteren Objekten und Zeichnungen aus anderen von ihm gestalteten Graphic Novels, Teil einer Ausstellung im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst. Ihr Titel: „Aus dem Rahmen fallen …“

Für Barber, der sein zeichnerisches Wissen als Professor an der Burg Giebichenstein in Halle weitergibt, ein Heimspiel: 1967 ist er in Frankfurt (Oder) geboren worden. Museumschefin Ulrike Kremeier, seit Langem schon Fan seiner Arbeit, stieß auf diesen Fakt jedoch erst, als sie bei einem Paris-Besuch in der französischen Ausgabe seines Buches „Der geheimnisvolle Fremde“ nach Mark Twain blätterte. Nach ihrer anschließenden Kontaktaufnahme sei dann für beide schnell klar gewesen, dass es in einer zu gestaltenden Ausstellung nicht bei Ataks Zeichnungen allein bleiben sollte. So kamen die Berlinerin Anke Feuchtenberger und der in Leipzig lebende Franzose Blexbolex dazu, beides nicht nur Zeichner-Kollegen, sondern auch Freunde Barbers.

„Alle drei kennen sich gut, arbeiten aber sehr unterschiedlich“, sagt Kremeier. Wie, das zeigt sich schon im Eingangsbereich der Schau, wo Ataks besagte Papp-Martha recht ungerührt in Richtung einer Zeichnung Feuchtenbergers blickt. Ein Mädchen baumelt dort kopfüber an einem Ast, das Gesicht unter dem herabgerutschten Rock versteckt. Auf den ersten Blick vielleicht nicht weiter spektakulär, auf den zweiten aber recht verwirrend: Dort, wo man die Arme vermutet, blickt der Betrachter auf ein zweites Paar Mädchenbeine.

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