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Kino aus Polen

Starke Frauen, erfolgreiche Regisseure

In Bedrängnis: Kriminalpolizistin Justa ist unter Zeitdruck. Sie muss ihre Tochter befreien.FOTO: WFDiF

Cottbus. Kriminalpolizistin Justa schlägt, lügt und betrügt, um die eigene Tochter zu retten.

Überhaupt ist in ihrem Leben einiges aus den Fugen geraten. Als ein Polizeieinsatz misslingt, wird Justa suspendiert und ihre Tochter von einem Verdächtigen entführt. Dabei entsteht der Spannungsbogen dieser Geschichte schon viel früher: Seine Kraft schöpft er aus dem komplexen Charakter der Hauptfigur. Und er hält den Zuschauer für die gesamten  83 Filmminuten in seinem Bann.

Regisseurin Beata Dzianowicz treibt ihre Hauptdarstellerin Ewa Kaim zu einem atemberaubenden Wettlauf gegen die Zeit an. Dabei bedient sie sich einer Ästhetik, die Kinogänger aus den amerikanischen Produktionen kennen: schnelle Schnitte, rasante Autofahrten und Kampfszenen. Und das macht sie richtig gut. Die Dramaturgie hält die Zuschauer bis zum Schluss in der Geschichte, die mit einem Tempo erzählt wird, das im Drehbuch seine Entsprechung findet.

Diese Kriminalkommissarin ist erfrischend anders. Als sie unter Mordverdacht gerät und ins Gefängnis muss, mobilisiert sie alle Kräfte. Sie trainiert unter dem Spott der Häftlinge im Gefängnishof. In diesen Momenten ähnelt sie einer anderen modernen Heldin der Kinogegenwart: Lisbeth Salander. Der schwedische Autor Stieg Larsson hat sie als fiktive Hauptfigur seiner Milleniums-Reihe erfunden: unkonventionell, komplex und sehr stark. Mit „Ich werde dich finden“ gelingt Regisseurin Dzianowicz ein spannendes Regiedebüt in der Tradition der Blockbuster, das die Auseinandersetzung mit politischen Fragen nicht scheut. Die polnische Beteiligung an Nato-Einsätzen im Hindukusch etwa zählt zu diesen Themen.

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