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Literaturcafè des Strittmatter-Vereins

Dichtkunst – irdisch und elementar

Der Lyriker Klaus Trende blättert in der einstigen Strittmatterschen Scheune in Bohsdorf seine Erinnerungsbilder auf. FOTO: LR / Ida Kretzschmar

Bohsdorf . Klaus Trende erzählt in der Literaturscheune Bohsdorf von Begegnungen mit Eva Strittmatter.

Immer wieder müssen Stühle herangeschafft werden auf dem Strittmatterhof. Aus Weißwasser, Cottbus, sogar aus dem Elbe-Elster-Kreis sind Literaturfreude nach Bohsdorf gekommen, um an diesem frühlingsüberbordenden 6. April einer Dichterin nah zu sein.

Der Strittmatter-Verein hat Klaus Trende eingeladen. Der in der Nähe von Cottbus beheimatete Lyriker hat nicht nur die 100 schönsten Gedichte von Eva Strittmatter im Aufbau-Verlag herausgegeben. Er war ihr auch durch viele Gespräche in Schulzenhof eng vertraut. So blättert er im Literaturcafé sehr lebendige Erinnerungen auf, zeigt Fotos, die während ihrer Begegnungen entstanden sind, handschriftliche Manuskripte und ihr Handschriftenbuch sowie weitere gemeinsam erarbeitete Bücher – Kostbarkeiten, oft korrespondierend mit bildender Kunst. „Es war eine sehr erquickende, produktive Freundschaft“, empfindet Klaus Trende und spricht davon, wie viel Freude sie ihm bereitet hat, auch über das Dichterische hinaus. „Sie war eine unerhört kultivierte Frau, sinnlich und konzentriert im Intellekt, mit einem zutiefst politischen Weltverhältnis, großzügig und nie nachtragend“, weiß er mit mancher Episode zu untermauern. Wobei er immer gut zu essen bekam, aber auch Streit auszuhalten hatte. Wollte sie zunächst doch partout nichts Unveröffentlichtes aus der Schublade für die „Hundert Gedichte“ herausrücken.

„Das Wesentliche an dem Schriftstellerehepaar war: Sie näherten sich einem Lebensmodell, das weit über ihre Zeit hinaus ging“, so Trende. Zurückgezogen in der Natur, nah den Elementen, „irdisch, elementar, dem Wind, dem Regen ausgesetzt“, entstanden Eva Strittmatters Gedichte. „Die große Klammer ihrer Poesie bildeten Leben und Tod. Und die Liebe, denn erst daraus entsteht Leben, auch in seinem Schmerz“, sagt Trende, der immer bewundert hat, wie unverschlüsselt es ihr gelang, Schwere und Leichtigkeit zusammenzubringen.

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