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Krimi-Kolumne

Geniale Gratwanderung

Daniel SchauffFOTO: LR / Sebastian Schubert

Es wird immer mehr zum Muster: Da verabschiedet sich ein Kommissar aus der Krimi-Reihe und dreht noch einmal so richtig auf.

Matthias Brandt wirkte das erste Mal so, als fühle er sich richtig wohl dabei zu zeigen, wie unwohl sich seine Figur Hanns von Meuffels in seiner eigenen Haut fühlt – nicht, weil er unter Selbstzweifeln leiden würde. So selbstsicher wie in seinem vorletzten Polizeiruf hat Brandt den ewig zerrissenen und bisweilen äußerst arroganten Ermittler selten dargestellt. Vielmehr ist es das System, an dem er genial zu scheitern droht – der Staatsschutz, der alles andere tut als den Staat zu schützen. Genial ist das Spiel zwischen Brandt und Król – übrigens einer, der sich auch mit einer Meisterleistung als TV-Kommissar verabschiedet hat. Damals war’s der Frankfurter Tatort. Genial ist auch die Leistung derer, die Brandt erst Anlass geben, an der Welt zu zweifeln. Vor allem Farim, gespielt von Jasper Engelhardt, schafft es, auf Augenhöhe gegen Król und Brandt anzuspielen. Das muss erst einmal jemand schaffen. Der Krimi hat deprimiert, und das hat er famos getan. Wie schade, dass wir das von Hanns von Meuffels nicht noch ein paar Mal sehen werden. Ein großartiger und streckenweise so ehrlicher Krimi, dass er fast weh tat.

TV Polizeiruf 110 FOTO: LR / Schubert, Sebastian
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