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Kolumne Der Tatort im RUNDSCHAU-Visier

Die Besten sind die Billigsten

Daniel Schauff FOTO: LR / Sebastian Schubert

Mit der Realität hat das alles natürlich wenig zu tun. Da operiert ein völlig gestörter Sonderling in einer verlassenen Villa fröhlich vor sich hin – und das noch am Dresdner Stadtrand – und keiner kriegt’s mit.

Wenn auch fernab der denkbaren Wirklichkeit, war dieser Tatort tatsächlich ein kleines Juwel in der oft so biederen Sonntagabend-Krimiwelt. Warum? Die Macher bedienen sich fröhlich bester US-Horrorfilm-Zutaten und transportieren das ungeniert nach Sachsen. Garniert mit ein paar Tarantino-Momenten (das Feuerzeug, wenn auch sehr unbeholfen bedient von der Neuen, Cornelia Gröschel), einer wirklich großartigen Karin Hanczewski als Karin Gorniak und einem noch viel großartigeren Martin Brambach als Chef Schnabel macht dieser Tatort wirklich Spaß und ist über weite Strecken, nein, tatsächlich über die kompletten 90 Minuten spannend.

Ein wenig stört auf den ersten Blick die doch leicht billig wirkende Ausstattung, insbesondere die Maske. Den armen Benjamin Sadler haben sie zu einem derart biederen Vorstädter werden lassen, dass von Anfang an klar ist: Der muss es sein. So gestört kann nur ein Gestörter aussehen. Andererseits hat das alles auch etwas, denn die besten US-Horrorstreifen sind bekanntlich die billigen. Alles in allem: ein sehr gelungenes Gruselkabinett.

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