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Kulturentwickler

Auf Tour und in der Scheune: Kultur auf dem Land

Kleinwelka. () Gemächlich tuckert Mike Salomon über die Dorfstraße in Kleinwelka. Seinen Traktor mit angehängtem Wassertank nennt er Glücksmobil, sich selbst „Kulturentwickler“. Das Gefährt hinterlässt die wässrige Botschaft „So ein Glück“.

Seit neun Jahren will der ehemalige Tänzer und studierte Choreograf den Menschen im Osten Sachsens neue Perspektiven jenseits des Bekannten zeigen. Sein jüngstes Projekt: die „Schwesternhäuser“ in dem Ort vor den Toren der Stadt Bautzen.

Mit dem Remise-Verein will Salomon das einstige Domizil für ledige Mädchen und ältere Damen der Herrnhuter Brüderunität zu einem innovativen Kulturstandort entwickeln. Mit Workshops, Stipendiaten, Künstlern, Konzerten, Lesungen, Theater und Kino. Ein erster Schritt ist der „Kultursommer“. Seit drei Jahren lädt Salomon Musiker, Tänzer, Performer oder Autoren zu Auftritten ein, jüngst sang Chansonnier Tim Fischer auf dem Lehmboden.

Die Angebote sind kostenlos. „Kultur ist Bildung und braucht Unterstützung“, sagt der Initiator. „Hier leben die Menschen mit den größten Verlust- und Zukunftsängsten.“ Deshalb seien nicht nur Schulen, Kitas und Arztpraxen wichtig, sondern auch die kulturelle Arbeit. „Die wirkt wie ein Ventil.“

(dpa)
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