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Senftenberg

Tafelmalerei bis zu Objekten aus Papier

Das plastische Objekt „Kore“ von 2009 ist aus Pappmaschee gefertigt. FOTO: Jürgen Weser

Senftenberg. Kunstsammlung Lausitz widmet Bettina Winkler zum 75. Geburtstag Einzelausstellung im Schloss Senftenberg.

Seit Jahren gehört der Cottbuser Malerin und Grafikerin Bettina Winkler mit dem Gemälde „Im TKC“, also im Textilkombinat Cottbus, aus dem Jahr 1986 ein fester Platz. Nun gibt es aus Anlass ihres 75. Geburtstages in diesem Jahr endlich eine Einzelausstellung in der Kunstsammlung Lausitz. Gezeigt werden nicht Bettina Winklers Tafelbilder mit traditionellen Themen wie Stillleben, Landschaft und Porträt, denen sie sich lange Zeit widmete, sondern 60 zumeist jüngere Arbeiten als Collagen, Übermalungen, Assemblagen und Montagen bis hin zu Arbeiten mit Papier.

Die Ausstellung im Senftenberger Schloss zeigt Winklers „unbändige Lust am Spiel mit Farben, Formen und zahlreichen Materialien, das sich stilistisch schwer einordnen lässt“, wie Laudator Bernd Gork hervorhob. Die Künstlerin studierte von 1967 – 72 an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden und gehört zu der Künstlergeneration, die sich weitestgehend von der staatlich gewünschten und einengenden Realismustradition der frühen DDR-Jahre gelöst hatte und individuelle Handschriften ausprägte. Beispiel dafür ist das erwähnte Gemälde „Im TKC“ von Bettina Winkler. Mit dem Porträt „Tischlermeister Kurt Katins“, das individuelles Selbstbewusstsein ausstrahlt, fand sie Eingang in die DDR-Kunstausstellung in Dresden 1982/83.

In der jetzigen Senftenberger Ausstellung überrascht Bettina Winkler mit in den vergangenen Jahren entwickelten Techniken bei Arbeiten mit Papier und Pappmaschee, die zu verblüffenden Ergebnissen führen. Da zieht das plastische Objekt „Kore“ als majestätisch wirkender Frauenkopf mit Bezug zur griechischen Mythologie die Blicke auf sich, bevor der verblüffte Betrachter feststellt, dass der stolze Kopf aus profanem Pappmaschee entstanden ist und der „Torso“ aus Eierverpackungen. „Feder“ als Plakatübermalung von 2003 wie die Collage und Acryl auf Leinwand-Arbeit „Basar“ von 2015 wirken mit ihrer exzessiven in geometrische Formen gebändigten Farbigkeit.

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