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Der aktuelle Kinotipp

„Roma“ – Fesselndes Zeitbild von Mexico City in den 70ern

Regisseur Alfonso Cuaron erhielt zum Abschluss der Filmfestspiele in Venedig für „Roma“ den Goldenen Löwen in der Kategorie bester Film. FOTO: dpa / Kirsty Wigglesworth

Bonn. () Mit geschlossenen Augen auf einem Bein stehen – das sieht nicht nach einem großen Kunststück aus. Wenn man es selbst probiert, merkt man, wie schwierig es ist. Dementsprechend erlebt man ein elendes Schwanken und Stolpern, als eine Klasse von Martial-Arts-Schülern versucht, ihrem Meister diese Übung nachzumachen.

Nur eine steht am Rande des Feldes, auf dem die Schüler trainieren: Cleo, ein Hausmädchen aus dem nahen Mexico City, das zu Besuch ist, um seinen Ex-Freund zu sehen, ruht in sich wie ein Baum.

Diese Szene ist einer jener Momente in Alfonso Cuarons „Roma“, in denen der Realismus ins Magische spielt und die Protagonistin etwas Überlebensgroßes ausstrahlt – sozusagen von der Liebe verklärt, mit der Cuaron sie betrachtet.

Im Vergleich zu Cuarons Hollywood-Filmen („Gravity“, „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“) erzählt „Roma“ eine sehr bescheidene Geschichte. Gedreht in Mexico City und benannt nach jenem Stadtteil der Metropole, in dem der Regisseur aufwuchs, entfaltet der Film einen fiktionalisierten Rückblick auf die Kindheit des Filmemachers in den 1970er-Jahren – mit einem sehr genauen Blick auf die sozialen Verhältnisse.

(kna)
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