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Satirefestival

Diese Frau kämpft mit den Waffen der Poesie

Lisa Maria Olszakiewiecz tritt gegen acht Konkurrenten beim Poetry-Slam an, der 2019 zum ersten Mal im Rahmen des Satirefestivals in Cottbus stattfindet. FOTO: Marvin Ruppert

Cottbus. Lisa Maria Olszakiewiecz tritt beim Poetry-Slam an.

Es ist die Ungewissheit vor dem Auftritt, die Lisa Maria Olszakiewiecz (31) liebt. Ihre Leidenschaft gilt dem Poetry-Slam. Dabei treten die Künstler mit selbst geschriebenen Texten vor das Publikum, das am Ende entscheidet, wer den literarischen Wettstreit gewinnt. Ein besonderes Element dieser Vortragsform ist die Selbstinszenierung der Teilnehmer. Sie bedienen sich jener Performance-Elemente, die häufig an kleine Bühneninszenierungen erinnern.

„Wenn ich auftrete, weiß ich nie, was passiert. Vieles entscheide ich spontan“, sagt Olszakiewiecz. Seit fünf Jahren gehört sie zu den meist jungen Künstlern, die sich im Wettstreit mit Gleichgesinnten vor die Zuschauer wagen. Dabei hegte sie früher kein außergewöhnliches Interesse an der Literatur. „Ich habe zwar immer gern gelesen und kleine Geschichten geschrieben, war dabei aber nicht außergewöhnlich ambitioniert.“ Die Ambitionen kamen erst nach dem Besuch eines Poetry-Slams in ihrer Heimatstadt Kleve in Nordrhein-Westfalen. Dort begleitete sie ihren besten Freund, den das Bühnenfieber bereits erfasst hatte. Als er beschloss, selbst eine Poesieschlacht zu veranstalten, meldete sich Olszakiewiecz als Teilnehmerin an. Mit Erfolg: Heute kann die 31-Jährige auf einige Topplatzierungen im literarischen Wettstreit zurückblicken. So belegte sie bei den Landesmeisterschaften 2017 in Baden-Württemberg den zweiten Platz. Möglicherweise hat ihr bei der Vorbereitung auf die Poetry-Veranstaltung geholfen, dass sie beruflich in der Öffentlichkeitsarbeit tätig ist und die Sprache einen großen Anteil an ihrem Job hat. Außerdem entdeckte Olszakiewiecz ihre Leidenschaft für die Literatur-Performance in einem Zentrum der Bewegung. „Gerade im Ruhrgebiet gibt es eine sehr große Poetry-Slam-Szene. Das liegt auch daran, dass hier sehr viele Großstädte im näheren Umkreis existieren.“ Daneben gelten Hamburg, München und Berlin zu den Hochburgen des Poesiewettbewerbs. Seit einem Jahr lebt die 31-Jährige in der Hauptstadt an der Spree. In Cottbus hat sie am heutigen Samstag ihren ersten Auftritt in der Lausitz. Dabei finden hier auch außerhalb des Satirefestivals regelmäßige Slams statt.

Ob sie das Publikum in der Region begeistern kann, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählt laut Olszakiewiecz auch die Reihenfolge, in der die Künstler auf die Bühne gehen. Vor Veranstaltungsauftakt losen die Organisatoren aus, wer den Wettstreit beginnt. Und häufig sind die hinteren Plätze begehrt. Das hat nach Ansicht der 31-Jährigen folgenden Grund: „Das Publikum ist am Anfang noch orientierungslos, was sich auf die Wertungen überträgt“. Denn in Cottbus arbeiten die Organisatoren mit Punktetafeln, die die Zuschauer nach dem Vortrag in die Höhe halten. Je mehr Kandidaten sie gesehen haben, desto größer seien die Chancen für eine gute Wertung. „Auch weil die Texte im Gedächtnis noch sehr präsent sind.“

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