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Auf Tour

„Das Leben ist Veränderung“

Im Oktober 2016 in der Cottbuser Stadthalle schien für die Band Silly noch alles in Butter. Für das Album „Wutfänger“ hatte Frontfrau Anna Loos alle Texte selbst geschrieben. FOTO: Angelika Brinkop

Berlin. Auch für Silly und Anna Loos gilt: Bands sind komplizierte Beziehungskisten

Teil eins der Anna Loos ohne Silly-Geschichte ist vorbei, nun geht es auf Teil zwei zu, der passenderweise Silly ohne Anna Loos heißen könnte und im Herbst über die Bühne(n) gehen wird. Anna Loos hat im März ihr erstes Soloalbum („Werkzeugkasten“) veröffentlicht und ist damit auf Tour gegangen, die häufiger in den westlichen Bundesländern Station machte als in den östlichen, während Silly auf ihrer 40-Jahre-Jubiläumstour vor allem dort auftreten. Eine Station ist jedoch Mainz, wo Silly – getreu ihrem Tourkonzept: an jedem Ort Aufführung eines Albums der Bandgeschichte – die Platte „Alles Rot“ spielen werden, mit der Anna Loos’ Karriere als Silly-Sängerin Fahrt aufnahm. Doch nicht mal das Konzert wird sie spielen, selbst das wird mit den Gastsängerinnen Julia Neigel und AnnaR. (Ex-Rosenstolz) bestritten werden. Ein weiteres Fragezeichen, ob Anna Loos überhaupt noch Silly-Mitglied ist?

Offiziell ist keine Rede von einem endgültigen Beziehungsende. Die Silly-Musiker Uwe Hassbecker und Ritchie Barton sprachen zuletzt nur von einer Beziehungspause, zu der es im Zuge eines Prozesses gekommen sei. Wie lange die Pause dauern würde, könne man nicht sagen. Dass es zu so einem Prozess der scheinbaren Entfremdung überhaupt gekommen ist, hat viele Fans überrascht. Dabei ist so etwas in einer Bandbeziehung keineswegs ungewöhnlich, im Gegenteil. Bands sind meistens Zusammenschlüsse auf Zeit, selbst bei den Rolling Stones gab es Phasen, in denen Mick Jagger mit Soloprojekten die Existenz der Band aufs Spiel setzte.

Dass Anna Loos eine Person mit eigenem Kopf ist und sie den gern durchsetzt, hatten schon ihre Eltern früh zu spüren bekommen, wie sie im Interview erzählt. „Das Leben ist Veränderung“, sagt sie, wenn sie über ihre Flucht 1988 aus der DDR spricht. Weil man ihr das Abi in ihrer Heimatstadt Brandenburg verwehrte, war sie einfach abgehauen.

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