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Festival

Sturmfre! – die Profis räumen die Senftenberger Neue Bühne

Die Theaterpädagogen Theresa Gerth und Franziska Golk (l.) organisieren das „sturmfre!“ Festival. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE

Senftenberg. Vom 14. bis 16. Juni heißt es „Bühne frei“ zur zweiten Runde des genre- und generationsübergreifenden Kulturfestivals für Laienkunst.

Mit dem Festival „Sturmfre!“ knüpft die Neue Bühne an die in Senftenberg initiierte und bis 2014 mehr als zwei Jahrzehnte erfolgreich gelebte Tradition der Schülertheatertreffen an. Nachdem im Winter 2017 erstmals das „Sturmfre!“ genannte Nachfolge-Festival darstellende Laienkünstlerinnen und -künstler, für die die Profis die Bühne räumen, genre- und generationsübergreifend zum Erfahrungsaustausch eingeladen hatte, geht es diesmal vom 14. bis 16. Juni 2019 in die zweite Runde. Mit 85 Teilnehmern aus elf Gruppen ist es zwar kleiner als frühere Treffen, und leider bleibt die Jugend auch diesmal überwiegend unter sich, bedauert Theaterpädagogin Franziska Golk, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Theresa Gerth für die organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitungen zuständig ist. Dennoch haben die Teilnehmer nicht nur die Möglichkeit, ihre erarbeiteten Stücke vorzustellen und darüber in den Erfahrungsaustausch mit anderen künstlerischen Laien – unterstützt von professionellen Theatermachern – zu treten. Sie können sich auch in acht gemischten Workshops neue Fähigkeiten aneignen. „Der Grundgedanke dafür ist: Jeder nimmt für seine Gruppe etwas mit, was er vorher noch nicht kannte“, beschreibt Franziska Golk das Anliegen.

„Einige unserer Mädchen interessieren sich für den Bühnenkampf“, erzählt Ann-Christin Treibmann aus Annahütte. Die 17-jährige Trainerin der Funkengarde des ältesten Berlin-Brandenburger Karnevalsvereins 1948 Annahütte kommt mit neun 14- und 15-jährigen Funken ans Senftenberger Theater. „Ich habe zwar am Wochenende Abiball, aber das will ich mir nicht entgehen lassen“, erzählt die zukünftige Lehramtsstudentin. Erfahrungen und neue Kontakte habe sie bereits beim Festival 2017 gesammelt. „Es ist sehr interessant, in andere Kunstformen reinzuschnüffeln.“ Dabei könnten die Teilnehmer viel lernen. So habe beim vergangenen Mal eines der Annahütter Mädchen seine Liebe zum Gesang entdeckt und sich danach auch einem Chor angeschlossen. Für das Training der Funkengarde oder den Solotanz hat Ann-Christin Treibmann, die schon seit ihrem vierten Lebensjahr im Karnevalsverein aktiv ist, auch andere Seminare und Tanzworkshops besucht. Der Austausch bereichere die Teilnehmer auf jeden Fall. Nach Senftenberg bringt die Funkengarde ihren Tanz „Halloween – Das Duell der Unsterblichen“ (Vorstellung am Sonntag um 11 Uhr) mit.

Getanzt wird auch in Calau. Das werden die sechs Neun- bis 14-Jährigen aus dem Tanzstudio „Revana Lidia – Fit by Dance“ beweisen. „Ich bin von einer Freundin auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht worden“, berichtet Revana Lidia Rudolph (37), die zum ersten Mal an einem Senftenberger Theatertreffen teilnimmt. Die aus Brasilien stammende Tänzerin, die mit einer Tanzshow in Tropical Islands in die Region gekommen ist, lebt seit 14 Jahren in Deutschland und hat im Dezember 2016 ein Tanzstudio in Calau eröffnet. Dort wird sowohl klassisches Ballett, Jazztanz als auch Kindertanz und „Zumba-Kids“ gelehrt. In Senftenberg zeigen die jungen Tänzerinnen ein Stück nach der Musik aus „Die Eiskönigin“ und von Vivaldi. „Für mich ist es wichtig, dass meine Schüler Erfahrungen sammeln und auch erleben, was andere darbieten und wie sie es machen“, freut sie sich auf den Austausch und die Workshops am Wochenende.

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