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Leitartikel zu 70. Jahrestag der DDR-Gründung

Die Untote

FOTO: MOZ

Am 7. Oktober 1949 wurde die DDR gegründet. Ist das heute noch ein Grund zum Feiern?

In Berlin-Hellersdorf, in Annaberg-Buchholz und anderswo werden heute 70-Jahre-Partys gefeiert. 70 Jahre DDR. Ist das gruselig oder lustig? Sind die Trabbis, mit denen glückselige Touristen durch Berlin knattern, ein Zeichen von Nostalgie oder Ostalgie? In Berlin gibt es das Restaurant „Volkskammer“ und das Hostel „Ostel“ mit DDR-Design.

Vieles ist harmlos, vieles ist Kitsch. Aber diese und viele andere Beispiele zeigen: Mit zunehmendem Abstand zum verblichenen Arbeiter- und Bauernstaat erscheint die DDR in immer milderem Licht.

Zu der um sich greifenden Verklärung trägt die westliche Sicht auf die DDR nicht unwesentlich bei. Diese wird in der westdeutschen Betrachtung immer kleiner, immer kaputter und immer brutaler. Ein Schandfleck in Europa, der von der Stasi beherrscht wurde. Gern belehren Westdeutsche ihre Brüder und Schwestern im Osten über die Zustände in der DDR. Das führt zu noch mehr Verklärung im Osten. Denn, so die Reaktion,  selbst wenn der Wessi recht hat, ist er im Unrecht.

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