ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Kommentar zu Bremens Rot-Rot-Grüner Koalition

In der Mitte angekommen

Mathias Puddig FOTO: MOZ

Wenn SPD, Grüne und Linkspartei heute in Bremen ihren Koalitionsvertrag unterschreiben, dann ist das eine Premiere: Zum ersten Mal regiert im Westen die Linke mit. Das überraschend stabile Tabu, die Linkspartei an den Kabinettstisch zu holen, ist gebrochen – und nicht wenige denken jetzt laut darüber nach, ob das nicht auch ein Modell für den Bund wäre.

Für die SPD ist das Bündnis als Alternative zur Großen Koalition attraktiv – nur wahrscheinlich ist es nicht.

Denn die Zeit ist über Rot-Rot-Grün oder eher Grün-Rot-Rot hinweggegangen, ohne dass das Bündnis jemals seinen Charme entwickeln konnte. Das war nach der Bundestagswahl 2013 anders: Damals wäre die Koalition ein Coup gewesen. Der SPD wäre es gegen alle Erwartungen gelungen, Kanzlerin Merkel in den Ruhestand zu schicken. Sie hätte mit linken Partnern den Mindestlohn, die Ehe für alle und einen vernünftigen Klimaschutz durchbringen können. R2G wäre anders als die Groko auch ein wirksames Anti-AfD-Programm gewesen.

Denn das Bündnis hätte gezeigt: Es gibt Alternativen zur Politik von Angela Merkel.

top