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Kolumne Post aus Potsdam

Von Autos und Terminen

Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion

Potsdam. Freitags muss Ulrike Liedtke künftig ihren Terminkalender im Blick behalten. Denn der Freitag ist in Brandenburg ein Tag, an dem es in den letzten Jahren immer wieder auch Plenarsitzungen des Landtags gab.

Doch an jedem Freitag findet im aktuell laufenden Wintersemester an der Universität Potsdam auch das Forschungsseminar „Vorklassik um Friedrich II.“ statt, das von der Professorin für Musikwissenschaft, Ulrike Liedtke, geleitet wird. Es widmet sich den eher unbekannteren Musikern am Hof des großen Preußenherrschers – und bietet auch dem Landtag damit eine Perspektive: Schließlich finden in schöner Regelmäßigkeit im Potsdamer Stadtschloss Festakte und Ausstellungseröffnungen statt. Da könnte man durchaus auch einmal die Werke von Franz und Johann Georg Benda oder von Christoph Schaffrath zur Aufführung bringen, mit denen sich Liedtke und ihre Studenten künftig an jedem Freitag beschäftigen.

Aber Seminare können ja auch einmal ausfallen – und für die Sitzungsleitung im Parlament hat Liedtke ja mit Andreas Galau (AfD) und Barbara Richstein (CDU) ohnehin gleich zwei Vizepräsidenten. Was im Landtag auch für einige Neuregelungen sorgt: So werden die beiden Vizepräsidenten im Unterschied zum bisher einzigen Vizepräsidenten Dieter Dombrowski (CDU) keine eigenen Dienstwagen und Fahrer mehr erhalten. Nur, wenn sie die Präsidentin bei irgendeinem offiziellen Termin vertreten, erhalten sie Zugriff auf ein Fahrzeug aus dem Fahrzeugpool des Landes. Für das Land heißt das: Brandenburg spart künftig bares Geld – und eine Dienstwagenaffäre um falsch abgerechnete Fahrtickets kann dem Land nun auch nicht mehr blühen.

Unklar ist dagegen noch, wo im Landtag die Vizepräsidenten untergebracht werden. Denn als das Stadtschloss zum Landtagsschloss umgebaut wurde, hatte der Architekt nur ein Büro für einen Stellvertreter des Landtagspräsidenten vorgesehen. Nun sind im dritten Stock des Gebäudes neue Räumlichkeiten vorgesehen – doch so richtig begeistert sind die gewählten Stellvertreter der Präsidentin von der Perspektive, künftig zwei Etagen über ihr zu residieren, dem Vernehmen nach wohl nicht. Aber auch das wird sich mit etwas gutem Willen zukünftig regeln lassen.

politik@lr-online.de

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