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Kommentar

Zwischen Wankelmut und hartem Ringen

Guido BohsemFOTO: LR

Wie vieles in der Gesundheit ist auch die Organspende ein emotional aufgeladenes Thema. Die Frage, ob man das bisherige System rumdrehen sollte, wird lebhaft diskutiert, in Familien, im Internet, in Kneipen.

Bislang gilt man als möglicher Spender, wenn man „Ja, ich will spenden“ sagt. Künftig könnte auch zum Spender werden, wer nicht ausdrücklich „Nein, ich will nicht“ (Widerspruchslösung) erklärt.

Die Argumente sind vielfältig und reichen von eher gefühlsmäßig vorgetragenen Bedenken bis zu erstaunlichen Detailkenntnissen der Transplantationsmedizin. Das Thema Organspende berührt und wühlt persönlich auf wie kaum ein anderes, und mitunter ändert sich die Meinung auch. Gesundheitsminister Spahn, der die aktuelle Debatte angezettelt hat, ist dafür das beste Beispiel. Er will nun die Widerspruchslösung, im Frühjahr hatte er noch dagegen argumentiert. So wie Spahn geht es vielen.

Das kann man als Wankelmut interpretieren. Doch in Wirklichkeit dürfte es für die meisten das Ergebnis eines ehrlichen und anstrengenden Ringens sein. Sich öfter mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, sie und sich selbst immer wieder neu zu prüfen, das bereichert unser Leben.

politik@lr-online.de

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