ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Leitartikel

Der Höhenflug könnte schon bald zu Ende sein

Michael GabelFOTO: MOZ

Die Grünen befinden sich im Höhenflug. In Umfragen liegen sie bei 15 Prozent. Auch steigen die Mitgliederzahlen. Und mit Annalena Baerbock und Robert Habeck steht ein Duo an der Spitze, das innerparteiliche Harmonie vorlebt und auf einen wirksamen Themenmix setzt – eine Kombination aus urgrünen Umweltthemen, Sozialem und neuerdings auch innerer Sicherheit.

Darüber hinaus schwächelt die Konkurrenz von SPD und Union. Wer also will diese Grünen stoppen?

Zunächst einmal: Sie können das selbst ganz gut, wie sie schon oft bewiesen haben. So fehlt nie viel, um den alten ideologischen Streit zwischen Realos und Parteilinken wieder aufleben zu lassen. Auch könnten sie wieder ohne Not in die Verbotskiste greifen – wie mit der Veggie-Zwangsdiät aus dem Wahlkampf von 2013 – und so die Wähler verschrecken. Doch es droht auch eine ganz konkrete Gefahr, die alte Gräben aufbrechen lassen und die Grünen wieder näher an ihr 8,9-Prozentergebnis der vergangenen Bundestagswahl heranrücken lassen könnte: die Bayern-Wahl und mit ihr die Frage „Wie hält man’s mit der CSU?“

Die Grünen-Spitzenkandidaten im Freistaat scheinen durchaus geneigt, eine Koalition mit der CSU einzugehen; ausgeschlossen haben sie das jedenfalls nicht. Für den Zusammenhalt der Gesamtpartei wäre ein solches Bündnis jedoch fatal. Denn dann würden sich auf noch extremere Weise als bisher die beiden unterschiedlichen Lager gegenüberstehen – die einen, die bereit sind, grüne Ideale für den Zugang zur Macht zu opfern. Und die anderen, für die die Seehofer-Söder-CSU der – nach der AfD – größte politische Gegner ist, mit dem man niemals paktieren darf.

top