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Kommentar

Himmlische Mächte

Ellen Hasenkamp FOTO: MOZ

Ein halbes Jahrhundert nach dem ersten Flug zum Mond dominiert in diesen Tagen der leicht verklärte Blick in den Himmel. Es wird der tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten von damals gedacht und von der Romantik des Erdtrabanten geschwärmt.

Dabei war auch in den 60ern der Haupttreibstoff für den Aufbruch ins All ein knallharter Wettkampf zwischen den Supermächten.

Aus dem Wettlauf ist längst ein Wettrüsten geworden. Es geht um die Sicherheit tausender Satelliten, die auf Erden Ampeln, Züge und Geldautomaten steuern. Es geht um Weltraumwaffen wie Hochleistungslaser und Killersatelliten. Und es geht um den Schutz vor Weltraumschrott; hunderttausende Kleinstobjekte, die beim Aufprall verheerende Kraft entwickeln. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nun den Aufbau eines militärischen Weltraumkommandos angekündigt und vom All einem „neuen Bereich der Konfrontation“ gesprochen. US-Präsident Donald Trump wünscht sich schon länger das „United States Space Command“ als eigene Teilstreitkraft. Und die Nato hat ebenfalls eine eigene Weltraum-Strategie.

Das alles ist sinnvoll und gefährlich zugleich. Sinnvoll ist es, die für unseren Alltag wichtige Infrastruktur am Himmel zu schützen und diesen Schutz besser zu organisieren und zu bündeln als bisher. Insbesondere im Kampf gegen Weltraumschrott ist zudem internationale Kooperation dringend notwendig. Gefährlich wird es, wenn die ehrgeizigen Pläne ein neues Wettrüsten vor allem mit Russland und China noch befeuern. Ein Krieg der Sterne steht damit zwar nicht unmittelbar bevor. Seine Unschuld hat das All aber allemal verloren.

politik@lr-online.de

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