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Leitartikel

Einheitsmärchen

André Bochow FOTO: MOZ

Ja, den Ostdeutschen geht es recht gut. Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie noch nie, seit die Ossis nach 1990 die Arbeitslosigkeit kennengelernt haben. Die Löhne sind gestiegen und – auch wenn sie das nicht gern hören – die meisten Rentner in den auch immer älter werdenden neuen Ländern haben kein so übles Auskommen.

All das kann man im aktuellen Bericht zum Stand der deutschen Einheit lesen. Wenn man den Bericht aber genau anschaut, dann stellt man fest: Mit Einheit hat das alles wenig zu tun.

Zumindest sehen das die meisten Ostdeutschen so. Mehr als die Hälfte von ihnen, nämlich 57 Prozent, fühlen sich als Bürger zweiter Klasse. Ganze 38 Prozent der Befragten halten die Wiedervereinigung für gelungen. Bei denjenigen, die das 40. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, sind es 20 Prozent. Ein Fünftel! Diese Zahl macht die Einheit zur regelrechten Luftnummer.

Und doch wird sie im Westen mit großer Gleichmut zur Kenntnis genommen. Die Ossis halt!

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