ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Leitartikel

Nach Chemnitz hilft nur Respekt und Zuhören

FOTO: LR / Sebastian Schubert

Cottbus. Auf den Straßen von Chemnitz und zuvor in Cottbus zeigt sich die verunsicherte Gesellschaft des Ostens. Die Bürger brauchen den ehrlichen Austausch mit der Politik. Doch die Parteien schwächeln – oder machen mit den falschen Freunden Stimmung.

In Chemnitz wird der Konflikt um Asyl, Geflüchtete und Integration von Ausländern auf der Straße ausgetragen. Erst mit Demonstrationen rechter Gruppen und zahlenmäßig unterlegenen Gegendemonstrationen und nun mit einem Konzert unter dem Motto „#wirsindmehr“ gegen rechtsextreme Umtriebe.

Zwar hat die sächsische Polizei, unterstützt durch Polizisten anderer Bundesländer, die Lage wieder besser im Griff. Die Politik dagegen schwächelt. Denn weder Parolen noch professionelle Politikersätze, von oben herab oder mit Hintergedanken angesichts kommender Wahlen in Sachsen oder Brandenburg, helfen hier weiter. So wird die verunsicherte Gesellschaft nicht befriedet.

Das geht nur Stück für Stück. Dabei ist es wichtig zu unterscheiden. Beginnen wir, erstens, mit dem Auslöser, dem Tod eines 35-jährigen Chemnitzers. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Zwei Verdächtige, ein Iraker und ein Syrer, sitzen in Untersuchungshaft. Sollte sich der Tatvorwurf des tödlichen Messerangriffs bestätigen, kommt es zum Gerichtsverfahren. Der Fall, der viele Menschen verständlicherweise traurig und wütend macht, gehört der Justiz. Unsere Strafgesetze gelten für Inländer und Ausländer.

top