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Leitartikel zu den Niederlagen-Politikern

Schöner scheitern

Ellen Hasenkamp FOTO: MOZ

Die bunte Welt der Start-ups war noch nicht erfunden, als Samuel Beckett niederschrieb, was später dann zu deren fröhlichem Leitspruch werden sollte: „Try again.

Fail again. Fail better.“ Wieder versuchen, wieder scheitern, besser scheitern.

Das Scheitern schüttelt nun auch in der Politik allmählich seinen unschönen Beiklang ab. Niederlagen werden – vor allem von jüngeren Politikern – nicht mehr panisch vermieden oder schamvoll verschwiegen, sondern zum Baustein der weiteren Karriere umgestaltet. Und siehe da, es funktioniert.

Jens Spahn beispielsweise stürzte sich in das Rennen um den CDU-Parteivorsitz, obwohl dies von Anfang an als Duell zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz angelegt war. Er zog auch nicht zurück, als ihm dies dringend zur Vermeidung einer Niederlage nahegelegt wurde. Und sammelte am Ende mit seinem dritten Platz so viele Pluspunkte, dass diese inzwischen eine solide Grundlage für mögliche Kanzlerkandidatur-Ambitionen bilden.

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