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Kommentar

Das wird vielennoch auf den Zeiger gehen

Werner KolhoffFOTO: LR / Redaktion

Ein Mann, ein Wort. Die Menschen wollen das, also machen wir das, sagt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Allerdings, „die“ Menschen wollen die Abschaffung der Zeitumstellung schon mal gar nicht.

Sondern nur 4,6 Millionen, die sich an einer Online-Befragung beteiligt haben. Das ist ein Prozent der europäischen Bevölkerung. Unter den Teilnehmern sind zwei Drittel Deutsche, was zeigt, dass die Zeitumstellung den Leuten hier besonders auf den Zeiger geht. Im Umkehrschluss freilich bedeutet das: Die anderen Europäer interessiert die Sache kaum. Oder sie kommen ganz gut klar mit Sommer- und Winterzeit.

In einem hat Juncker recht: Wer die Bürger befragt, kann hinterher nicht so tun, als sei ihm das Ergebnis egal. Es entsteht ein Zugzwang, egal wie viele teilgenommen haben. Außerdem darf man davon ausgehen, dass die Zahl derjenigen, die die Abschaffung unterstützen, in Wirklichkeit größer ist.

Abschaffung der Zeitumstellung bedeutet Abschaffung der Sommerzeit. Denn die Winterzeit ist die Normalzeit. Sie war es in Europa, bevor man auf die Idee kam, an der Uhr zu drehen, um Energie zu sparen. Was bekanntlich nicht funktioniert hat. Stattdessen gerät bei vielen nur der Biorhythmus durcheinander. Das Problem ist freilich, dass es bei der Befragung noch eine zweite Mehrheit gab, besonders unter den Deutschen: Für die Sommerzeit als generelle neue Zeit.

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