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Kommentar

Das war zu spät, Frau Golze

Benjamin LassiweFOTO: LR / Redaktion

Der Rücktritt war nötig und unausweichlich. Aber er kam zu spät. Wenn Diana Golze ernsthaft gehofft hatte, mit der Vorlage des Abschlussberichts der Taskforce einen ehrenvollen Abgang hinzubekommen, hat sie sich getäuscht.

Denn das ursprünglich positive Bild der linken Hoffnungsträgerin hat sich in den letzten Wochen arg gewandelt: Aus der jungen, sympathischen, sachkompetenten und empathischen Linken wurde die überforderte Ministerin, die ihr Haus nicht im Griff hatte und am eigenen Stuhl zu kleben schien.

Die erhoffte Rolle der Aufklärerin war dagegen spätestens in der letzten „Kontraste“-Sendung vorbei: Golzes von der Fernsehkamera zur Schau gestellte Sprachlosigkeit war nicht mehr zu korrigieren. Was auch deutlich macht, dass die politische Karriere Golzes nun wohl dauerhaft vorbei sein dürfte. Denn wer verantworten muss, dass in einer Behörde ein derartiges Chaos herrscht, dass sogar Menschen in Gefahr gebracht worden sein könnten, sollte für längere Zeit kein öffentliches Amt mehr übernehmen.

Was auch Konsequenzen für die Brandenburger Linke hat: Denn eine Spitzenkandidatur von Diana Golze verbietet sich nach dem Kommunikationsdebakel der letzten Wochen ebenso wie eine aussichtsreiche Position auf der nächsten Landtags-Landesliste. Aber wer dann? Noch einmal Christian Görke oder Fraktionschef Ralf Christoffers? Die Bildungspolitikerin Kathrin Dannenberg? Oder Golzes Co-Vorsitzende Anja Mayer? Wirklich neue, aussichtsreiche Kandidaten haben sich bei den Linken in den letzten Wochen nicht aufgedrängt. Was dem kleineren Koalitionspartner den Start in den Wahlkampf 2019 nicht unbedingt einfacher machen wird. ⇥politik@lr-online.de 

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