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Studie

Das Nichtstun verlernt

Berlin. Hektischer Medienkonsum dominiert die Freizeit der Deutschen.

Oft wird erst im langfristigen Vergleich klar, wie sehr sich das Leben verändert hat. Beim Freizeitverhalten ist das besonders krass. Medienkonsum dominiert heute mehr denn je die Mußestunden der Deutschen, zeigt die am Mittwoch in Berlin veröffentlichte Studie „Freizeit-Monitor 2018“. Echte soziale Kontakte sind stark auf dem Rückzug. Und fast verlernt ist das Nichtstun.

2018 war Fernsehgucken wie schon seit 30 Jahren die Topaktivität. Es folgten aber mit Radio hören, Musik hören, telefonieren und Internet nur noch weitere Mediennutzungen auf den nächsten Plätzen. Ausschlafen, Zeit mit dem Partner verbringen oder „Seinen Gedanken nachgehen“, rangieren erst auf Platz sechs bis zehn. Mit kleineren Abweichungen trifft das auf alle Altersgruppen zu, auf Singles wie Paare. Eine Ausnahme spielen die Senioren, bei denen das Internet nicht zu den zehn wichtigsten Aktivitäten gehört. Dafür noch „Zeitung/Zeitschrift lesen“ und „Über wichtige Dinge reden“. Befragt wurden von der Gesellschaft für Konsumforschung wie jedes Jahr über 2000 Deutsche im Auftrag eines  Tabakkonzerns.

Der Zeitvergleich zeigt, wie stark sich das Freizeitverhalten verändert hat. Allein in den letzten fünf Jahren legte „Smartphone nutzen“ um 76 Prozent zu, Internet und soziale Medien um rund 50 Prozent. Dafür nahmen „Buch lesen“ und Gartenarbeit um 17 Prozent ab, mit Kindern spielen um elf Prozent, „Einladen oder eingeladen werden“ gar um 41 Prozent. Bei den kulturellen Aktivitäten sind „Stammtisch“ und „Verein“ stark zurückgegangen. Studienleiter Ulrich Reinhardt sagte, sozialer Ausstauch sei der Kitt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Frage sei, wie sich der herstelle, wenn jeder nur noch  vor seinem Fernseher oder Smartphone sitze.

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