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Interview mit Verleger Thomas Pago

„Die erste Polka“: Ein fast vergessener Roman wird neu entdeckt

Thomas Pago schwärmt vom Roman „Die erste Polka“. FOTO: Elsinor Verlag

Cottbus/Berlin. Der Verleger spricht über Neuauflage des ersten Teils der preisgekrönten Tetralogie von Horst Bienek, die in dessen oberschlesischer Heimat handelt.

Einst viel gelesen, heute kaum mehr bekannt: Horst Bieneks Roman „Die erste Polka“ schildert die bürgerliche Gesellschaft seiner oberschlesischen Heimat kurz vor jenem Ereignis, das von den Nazis inszeniert wurde, um ihnen die Legitimation für den Überfall auf Polen zu liefern.  Über die Neuauflage des Werkes sprach die RUNDSCHAU mit dem Verleger Thomas Pago.

Herr Pago, am 31. August jährt sich der Überfall auf den Radio-Sender Gleiwitz zum 80. Mal. Sicher ist es kein Zufall, dass die Neuauflage der „Ersten Polka“ gerade jetzt erscheint.

Pago „Die erste Polka“ und die gesamte Tetralogie waren einst viel gelesene Bücher, gerieten aber nach dem zu frühen Tod des Autors in Vergessenheit; so etwas geschieht leider nur allzu oft. 44 Jahre nach der Erstveröffentlichung ist, finde ich, der Zeitpunkt gekommen, noch einmal nachdrücklich auf Horst Bieneks Werk hinzuweisen. Das Datum ist kein Zufall, es hängt natürlich mit der 80. Wiederkehr dieses Überfalls auf den Sender Gleiwitz zusammen. Nun muss man natürlich nicht zwangsläufig einen solchen Jahrestag zum Anlass für Neuerscheinungen oder Neuausgaben wiederentdeckter Bücher nehmen, aber in diesem Fall liegt die Verbindung mit dem Ereignis, das ja tatsächlich als Vorwand für den nationalsozialistischen Überfall auf Polen diente, einfach auf der Hand. Entscheidend war allerdings, dass es sich um einen wirklich gut geschriebenen Roman handelt, der nicht nur von persönlichem Erleben geprägt ist, sondern dem man auch die Beschäftigung mit der Geschichte anmerkt – der schlesischen wie der polnischen und deutschen.

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