ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Politik

Reparationen: Polen fühlt sich diskriminiert

Blick auf das zerstörte Warschau. Kurz vor dem 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs beklagt die polnische Regierung eine deutliche Benachteiligung bei den deutschen Reparationszahlungen.FOTO: dpa / EPU CAF

Warschau. Ist Polen nach dem Zweiten Weltkrieg angemessen von Deutschland entschädigt worden? Die PiS-Regierung sagt: Nein. Vor dem 80. Jahrestag des Kriegsbeginns verleiht sie ihrer Haltung noch einmal Nachdruck.

Kurz vor dem 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs beklagt Polen, dass es bei den deutschen Reparationszahlungen deutlich benachteiligt worden sei. Der polnische Außenminister Jacek Czaputowicz sagte, bei der Entschädigung der von Deutschland angegriffenen Länder habe es „einen Mangel an grundsätzlicher Fairness“ gegeben. „Polen wurde in diesem Prozess diskriminiert.“

Obwohl Polen besonders stark unter den Angreifern und Besatzern des Nazi-Regimes gelitten habe, sei der Anteil an den Entschädigungszahlungen „minimal“ gewesen. „Es gibt Länder, die ein Vielfaches weniger verloren haben, aber mehr Kompensation bekommen haben. Ist das in Ordnung?“, fragte Czaputowicz. „Die zentrale Frage ist, ob Polen im Vergleich zu anderen Staaten fair behandelt wurde.“ Ausdrücklich nannte er Frankreich und die Niederlande.

Polen hatte im Zweiten Weltkrieg gemessen an der Gesamtbevölkerung so viele Tote zu beklagen wie kein anderes Land. Fünf bis sechs Millionen Polen kamen ums Leben – und damit etwa jeder Sechste. Auch der Grad der Zerstörung durch den Vernichtungskrieg der Nazis war vergleichsweise hoch. Die Hauptstadt Warschau wurde vor dem Rückzug der Wehrmacht fast komplett dem Erdboden gleichgemacht.

(dpa)
top