ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Die Frankfurter Stelle hat jede Menge Schriftverkehr mit Polen, weil sie die Verkehrssünder aus dem Nachbarland über die Strafen informieren muss, die ins deutsche Verkehrsregister eingetragen werden. „Für diese Information wird eigentlich auch eine Verwaltungsgebühr von 25 Euro fällig, die aber häufig nicht bezahlt wird.“ Am Ende bliebe ihre Behörde auf hohen Kosten sitzen.

Ein Hinweis auf das veränderte Verhalten der polnischen Behörden findet sich in der Verkehrsabteilung der Kreisverwaltung im polnischen Slubice, dem Nachbarort von Frankfurt. Deren Mitarbeiter erläutern, dass seit drei Jahren ausländische Führerscheine nur dann vor Ablauf des in Polen erlassenen Fahrverbots zurückgesandt werden, wenn die Betroffenen einen speziellen Antrag stellen.

Dass man diesen Antrag aber nicht etwa bei der Polizei oder bei dem Gericht zu stellen hat, die das Fahrverbot erlassen haben, sondern bei der Verwaltung des Kreises, in dem das Vergehen passierte, wissen nur Eingeweihte. „Dafür sollte man am besten einen polnischen Rechtsanwalt einschalten“, rät eine Mitarbeiterin.

Die Frankfurterin Marina M. war bei der Slubicer Stelle, hat ihren Führerschein dort gesehen und den Antrag zur Übersendung ausgestellt. Trotzdem wurde er noch nicht abgeschickt, weil der rechtskräftige Beschluss des Slubicer Gerichts zu dem im September ausgesprochenen Fahrverbot nicht vorlag. Das Gericht und die Behörde sind aber nur 200 Meter voneinander entfernt.

top