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Umwelt

Polen will der Müll-Mafia das Handwerk legen

Feuerwehrleute versuchen in der Nacht, ein Feuer auf einer illegalen Müllhalde im Zentrum des Landes zu löschen. FOTO: dpa / Grzegorz Michalowski

Warschau. In Polen brennen seit Längerem regelmäßig Müll-Deponien. Die vielen Feuer seien kein Zufall, sagen Regierende – und sehen Brandstifter am Werk. Ihr Verdacht: Kriminelle machen mit Abfall aus Deutschland und Europa ein gefährliches Geschäft.

Rauchschwaden steigen über einer illegalen Müllhalde im zentralpolnischen Zgierz auf, alte Reifen stehen im südpolnischen Trze­bin in Flammen, in Warschau sind es alte Möbel: Landesweit brennen in Polen so oft Abfall-Deponien wie kaum zuvor. In diesem Jahr habe es bislang schon 85 solcher Brände gegeben – und das sei besorgniserregend hoch, warnt das Umweltministerium. Die Regierenden sehen Kriminelle der Abfallbranche am Werk. „Wir werden die Müll-Mafia verjagen“, kündigte Regierungschef Mateusz Morawiecki an.

Der Vorwurf: Banden würden sich an zum Teil rechtswidrigen Müll­importen bereichern. Für schnelles Geld werde der Abfall nicht vorschriftsmäßig gelagert und verwertet, sondern einfach verbrannt. „Zumindest bei illegalen Deponien kann man davon ausgehen, dass absichtlich Feuer gelegt wurde, um den Müll loszuwerden“, teilt das Warschauer Umweltministerium mit. Die genauen Brandursachen würden aber noch untersucht.

Nach Angaben des Umweltschutzamts importierte Polen 2016 rund 951 021 Tonnen Müll aus Europa. Für Länder wie Deutschland, Großbritannien und Italien, die mit Abstand den meisten Abfall schicken, sind Lagerung und Verwertung dort oft günstiger. Sie sparen Geld, Polens Abfallindustrie verdient.

(dpa)
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