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Deutsch-polnischer Grenzfluss

Wie tief darf die Oder sein?

Im Licht der Morgensonne leuchten Häuser und der Kirchturm der Kleinstadt Lebos am deutsch-polnischen Grenzfluss. Derzeit diskutieren die Nachbarn Vertiefungsarbeiten an der Oder.FOTO: ZB / Patrick Pleul

Frankfurt (Oder) . Grüne und Umweltschützer aus Brandenburg und Polen sehen Pläne der Regierung in Warschau zum Grenzfluss sehr kritisch.

Brandenburgs Bündnisgrüne wehren sich gegen die von polnischer Seite geplante Vertiefung des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder. Bei den Behörden in Frankfurt (Oder) reichten sie jetzt eine Einwendung gegen das geplante Projekt ein, das vorsieht, die Fahrrinne für die Schifffahrt auf mindestens 1,80 Meter zu vertiefen.

Unterstützt werden sie in ihrem Einspruch nach der öffentlichen Auslegung der Unterlagen von dem polnischen Grünenpolitiker Tomasz Anisko. „Die Oder ist einer der letzten frei fließenden Flüsse Mitteleuropas mit besonderen Biotopen, die nicht zerstört werden sollten“, betonte Isabell Hiekel, Umweltexpertin der Lausitzer Bündnisgrünen. Die Partei gehe davon aus, dass auch seitens der brandenburgischen Landesregierung Kritik an den polnischen Plänen geübt wird – das war noch bis Ende August möglich.

Nach Aussagen Hiekels würde das Vorhaben der Polen auch mit drei EU-Richtlinien nicht konform sein. „Es kann nicht sein, dass eine Seite den Fluss ausbauen will und die andere nicht“, sagt Hiekel. Bei solch einem Eingriff müssten beide Anrainerstaaten gemeinsam vorgehen. Zudem sei es fraglich, ob eine Vertiefung der Fahrrinne angesichts des Klimawandels und häufiger Trockenzeiten mit Niedrigwasser auf der Oder überhaupt Vorteile für die Schifffahrt habe.

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