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Polen

„Wir begegnen uns als Menschen“

Ein muslimischer und ein jüdischer Mann nehmen im ehemaligen deutschen KZ Auschwitz an einer interreligiösen Gedenkfeier für die Opfer der Schoah teil. Sie fand im Rahmen einer vom Zentralrat der Muslime in Deutschland und der Union progressiver Juden organisierten Bildungsreise statt. FOTO: dpa / Monika Skolimowska

Oswiecim. Sie sind jüdisch und muslimisch und wollen mehr voneinander wissen. Zwei Dutzend junge Menschen sind aus Deutschland nach Auschwitz gereist.

An der Todeswand von Ausch­witz, an der Tausende KZ-Häftlinge erschossen wurden, singt ein Imam Klagelieder aus dem Koran. Ein Rabbiner spricht ein jüdisches Gebet. Mit ihnen beten bei brütender Hitze 25 aus Deutschland angereiste Juden und muslimische Geflüchtete. Inmitten der bedrückenden Szenerie aus Stacheldrahtzäunen und Baracken des ehemals größten Vernichtungslagers der Nazis beten sie gemeinsam dafür, dass sich das Grauen des Holocausts  nicht wiederholt.

Viele legen zur Erinnerung an die Schoah-Opfer rote Rosen an der Todesmauer des Konzentrationslagers nieder, in dem die Nazis mehr als eine Million Menschen ermordeten. Die meisten davon waren Juden. „Die Trauer eint uns“, sagt der 25-jährige Syrer Khaled Naeem bedrückt. Die Erlebnisse rufen bei ihm Erinnerungen an den Bürgerkrieg in Syrien hervor.

Der Rabbiner Henry G. Brandt würdigt den Entschluss der Gruppe, sich in Auschwitz zu treffen. „Ich bin tief beeindruckt, dass Muslime und Juden zusammen hier sind.“ Er hoffe, sie könnten Lehren für das Leben ziehen. „Ihr jungen Menschen seid die Architekten des Morgen“ appelliert Brandt.

(dpa)
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