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Moratorium

Atempause für die Gen-Schere

Ein Embryo erhält eine kleine Dosis Cas9-Protein und PCSK9 sgRNA in einem Spermieninjektionsmikroskop in einem Labor in Shenzhen in der südchinesischen Provinz Guangdong. Biowissenschaftler und Ethiker aus sieben Ländern fordern einen weltweiten befristeten Verzicht auf die Schaffung von Designer-Babys mit gentechnischen Methoden wie der Genschere Crispr/Cas9. FOTO: picture alliance/dpa / Mark Schiefelbein

Berlin. Von kaum einer Technik versprechen sich Biologen so weitreichende Fortschritte wie von Crispr/Cas9. Bevor die Gen-Schere aber am Menschen ausprobiert wird, soll es eine Atempause geben.

Geht es um künftige Medizin-Nobelpreisträger, fällt immer wieder der Name von Emmanuelle Charpentier. Die 50-jährige Französin hat vor ein paar Jahren gemeinsam mit der Amerikanerin Jennifer Doudna durch die Entdeckung der Crispr/Cas9-Methode die Grundlagen gelegt, um gezielt, schnell und günstig Genveränderungen herbeizuführen.

Experten haben diese Entdeckung als Revolution bewertet, die Bereiche wie Medizin und Landwirtschaft völlig auf den Kopf stellen könnte. Doch gerade die Entdeckerin dieser Methode warnt nun vor ihr. Gemeinsam mit einer Gruppe von Biologen und Ethikern hat Charpentier sich für ein internationales Moratorium ausgesprochen: In einem Beitrag für das Fachmagazin „Nature“, der am Mittwochabend veröffentlicht wurde, fordern sie, Eingriffe in die menschliche Keimbahn mittels Crispr/Cas9 vorerst zu verbieten.

Emmanuelle Charpentier, Mikrobiologin und Entwicklerin der Gen-Schere Crispr/Cas9. Foto: Christoph Soeder/dpa FOTO: picture alliance/dpa / Christoph Soeder
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